Titicacasee: Copacabana und die Isla del Sol

Von Puno nach Copacabana – die Grenze zwischen Peru und Bolivien

In Puno in Peru verbringen wir nur eine Nacht, bevor wir uns am nächsten Morgen gemeinsam mit dem Schweden Christopher, den wir aus Arequipa kennen, zum Busterminal aufmachen. Unser nächstes Ziel ist der Titicacasee, mit 3818 Metern der höchstgelegene kommerziell schiffbare See der Welt und der zweitgrößte See in Südamerika. Puno liegt zwar auch am Titicacasee, die bolivianische Seite ist aber schöner als die peruanische und gehört daher zu jeder Reise nach Bolivien.

Der nächste Bus nach Copacabana in Bolivien (nicht zu verwechseln mit der Copacabana in Rio) fährt um 14 Uhr. Genug Zeit um sich noch kurz das Stadtzentrum von Puno anzusehen. Das reicht allerdings auch.

In Puno findet gerade mal wieder irgendeine Art von Umzug statt.

Bevor es losgeht, müssen wir 1,50 Soles „Ausreisesteuer“ bezahlen, damit wir Puno wieder verlassen dürfen. Dafür gibt es am Busterminal von Puno einen Schalter, an dem jeder einen Stempel auf sein Busticket bekommt.

Im Bus sind vor allem Backpacker. Jeder bekommt eins der endlos langen Formulare für Zoll und Einreise, dann fahren wir über holprige „Straßen“ Richtung Bolivien. Geschickt weicht der Fahrer kläffenden Straßenhunden und tiefen Schlaglöchern aus.

Drei Stunden später stehen wir an der Grenze zu Bolivien, die sich als eher unspektakulär herausstellt. Auf der peruanischen Seite geben wir die Tarjeta andina de migracion, die Einreisekarte, wieder ab. Ein paar Meter weiter sitzen die bolivianischen Grenzbeamten im Hoodie unter einem Porträt von Evo Morales und hauen unbeeindruckt im Akkord Stempel in unsere Pässe.

Der Grenzposten zwischen Peru und Bolivien ist hier ziemlich schnuckelig.

Kurze Zeit später sind wir in Copacabana. Der Busfahrer verspricht einen tollen Preisnachlass im Hotel Mirador. Da der Bus zufällig (?) sowieso vor dessen Tür hält und unsere Rucksäcke schwer sind, bleiben wir -wie fast alle aus dem Bus- gleich dort. So schaffen wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang an den Titicacasee.

Einer der spektakulärsten Sonnenuntergänge und Südamerika.

Am nächsten Morgen organisieren wir schnell noch den Nachtbus von Copacabana nach Cusco. Der Anbieter Transcopacabana hat einen direkten Bus ohne Umsteigen in Puno im Angebot – einfach auf den Schildern der kleinen Agenturen schauen, welche Bustickets sie verkaufen.

Beim gleichen Anbieter kaufen wir ein Ticket für das Boot zur Isla del Sol. Es gibt verschiedene Anbieter – die Boote legen aber alle um halb 9 am Hafen ab, es ist also völlig egal, wo man das Ticket kauft (es gibt einige Agenturen im Zentrum von Copacabana, aber auch am Hafen stehen Verkäufer). Die Fahrt zur Isla del Sol und zurück kostet zwischen 25 und 30 Bolivianos (hin und zurück). Die nächsten Boote fahren erst um wieder halb 2, ihr solltet also ein frühes Boot erwischen.

Wanderung über die Isla del Sol

Die Boote halten im Süden und im Norden der Isla del Sol, die Überfahrt dauert etwa 90 Minuten. Wir steigen beim zweiten Halt im Norden aus.

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Ruhig und friedlich liegt sie da, die „Sonneninsel“ Boliviens.

 

Von dort führt ein etwa 11 km langer Wanderweg quer über die Insel bis zum Hafen im Süden, wo das Boot um halb 4 nachmittags wieder ablegt.

Wem die Wanderung über die Insel zu lang ist, der kann auch einfach im Süden aussteigen und sich dort die Zeit vertreiben.

Am Hafen warten private Guides, die man aber nicht braucht. Es gibt nur einen Weg, und den findet man auch so. Um Zugang zum Wanderweg zu bekommen, bezahlen wir einmal 15 Bolivianos Eintritt.

Der Wanderweg ist angenehm, ein bisschen auf und ab, aber nicht besonders steil – liegt aber auf einer Höhe zwischen 3800 und 4000 Metern. Die Sonne ist daher sehr intensiv – unbedingt Sonnencreme, Kopfbedeckung und viel Wasser einpacken!

Auf unserer Wanderung über die Isla del Sol treffen wir kaum Menschen.

Dadurch, dass wir relativ schnell außer Atem sind (der Schwede hat sich glücklicherweise kurz vorher eine Magen-Darm-Sache eingefangen, sonst wäre er wahrscheinlich wie im Colca Canyon leichtfüßig davongesprintet), brauchen wir tatsächlich gute drei Stunden bis zum Hafen im Süden.

Unterwegs treffen wir auf einige weitere Bolivianer, die mäßig offiziell aussehende Tickets verkaufen, damit wir passieren dürfen. (Wir haben bisher nicht herausgefunden, wie offiziell sie wirklich sind, aber bei umgerechnet 50 Cent pro Ticket ist das auch egal – die Leute hier haben ohnehin so wenig.)

Übernachten auf der Isla del Sol in Bolivien

Es gibt auch die Möglichkeit, vor Ort eine Unterkunft in einem der einfachen Gästehäuser auf der Insel zu organisieren und eine Nacht auf der Isla del Sol zu verbringen.

Die Ausstattung der Häuser ist einfach, wie das ganze Leben auf der Insel: Als wir den Hafen erreichen, ist gerade eine Reihe von Booten angekommen. Die Bewohner der Isla del Sol laden die Waren auf ihre Esel und transportieren sie so mühevoll in die höher gelegenen Dörfer.

Ohne Esel läuft gar nichts auf der Isla del Sol.

Gegen 17 Uhr sind wir zurück in Copacabana. Genug um eine Kleinigkeit zu essen – im Wesentlichen gibt es überall das gleiche, es ist also egal, wohin man geht. Das Essen ist nicht überragend, aber okay. Wie übrigens auch der Ort selbst.

Um 18 Uhr verlassen wir Copacabana, denn unser nächster Halt Cusco wartet schon. Rund 10 Stunden Busfahrt mit dem Nachtbus liegen vor uns. Ein letzter Blick zurück auf den Titicacasee – und dann sind wir schon wieder an der Grenze zu Peru.

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Das blaue Wasser trügt. Der Titicacasee ist stark verschmutzt.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tolle Fotos und ein sehr interessanter Bericht! Ich fahre im nächsten Jahr nach Puno und zum Titicacasee und freue mich jetzt noch mehr darauf!

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    1. Katharina sagt:

      Viel Spaß!! Die Gegend ist wirklich wunderschön.

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