En Gedi und Masada in Israel- Totes Meer und Wüste

Anreise nach Masada und En Gedi planen

Die Felsfestung Masada und En Gedi am Toten Meer erreicht ihr von Jerusalem leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es gibt auch geführte Touren nach Masada, die aber deutlich teurer sind. Eine andere Möglichkeit ist, ein privates Taxi für den Tag zu mieten, was aber auch ziemlich ins Geld geht. 

So kommt ihr mit dem Bus von Jerusalem nach Masada

Zwei Buslinien der Firma Egged fahren nach Masada und En Gedi am Toten Meer, die 444 und die 486. Der erste 444-Überlandbus fährt um 7 Uhr morgens an der Central Bus Station in Jerusalem und von da an jede halbe bis ganze Stunde. Den Fahrplan könnt ihr auf der Website von Egged vorab checken.

Bustickets kauft ihr in einem Egged-Ticket-Office (in Jerusalem in der Central Bus Station) oder direkt beim Fahrer. Am besten nehmt ihr für den Tagestrip nach Masada gleich ein Return-Ticket. Achtung, am Sabbat, also von Freitag bis Samstag Nachmittag, und an Feiertagen fahren die Busse nicht.

Die einfache Fahrt von Jerusalem nach Masada dauert etwa eineinhalb Stunden und kostet 37,50 ILS. Aussteigen müsst ihr in Masada Center (nicht Kibbuz). Auf dem Rückweg von Masada nach Jerusalem steigt ihr schon in En Gedi aus und nehmt später einfach wieder den nächsten Bus weiter nach Jerusalem. Auch da solltet ihr die Fahrzeiten vorher klären, damit ihr in En Gedi nicht ewig in der prallen Sonne warten müsst.

Masada: Felsfestung am Rand der Wüste

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Eine Seilbahn (Cable car) bringt Besucher in Masada bis oben auf das Felsplateau. Von hier kann man bis zum Toten Meer sehen.

Die Festung Masada ist über 2000 Jahre alt. Ihren Bau gab der römische König Herodes etwa 40 – 30 v.Chr. in Auftrag. (Das ist der Herrscher, der anlässlich von Jesu Geburt einen umfassenden Kindermord in Bethlehem veranlasst haben soll. Wie wir wissen, ist ihm das trotz der sorgfältigen Planung dieser grausamen Tat nicht gelungen und Jesus lebte immerhin noch 30 Jahre länger.)

Die Festungsanlagen bzw. das, was von ihnen übrig ist, liegen zwischen dem Südwest-Ufer des Toten Meeres und der Judäischen Wüste auf einem Plateau auf einem Tafelberg. Sie sind Teil vom National-Park Masada.

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Gähnende Leere (und Abgründe) in Masada: In den Ruinen könnt ihr nach Herzenslust herumstreifen. Unbedingt gut eincremen und Kopfbedeckung aufsetzen!

Wegen ihrer exponierten Lage und den steil abfallenden Seitenwänden war die Wüstenfestung besonders gut zu verteidigen. Üppige Wasser- und Nahrungsvorräte sorgten dafür, dass die Stadt einer langen Belagerung standhalten konnte und machte sie praktisch uneinnehmbar. Oder?

Kleiner Geschichts-Exkurs: Die Tragödie von Masada

Tatsächlich war es 66 n. Chr. einigen Sikariern, einer jüdischen Gruppe, die sich gegen die römischen Besatzer richtete, gelungen, die Festung Masada einzunehmen. Das konnten die Römer nicht lange auf sich sitzen lassen und rannten mit 4000 Mann gegen die Festungsmauern. Während der monatelangen Belagerung spitzte sich die Lage für die eingeschlossenen Sikarier immer weiter zu. Schließlich fassten die Belagerten einen folgenschweren Entschluss…

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Steile Hänge und unwegsames Gelände: So ähnlich müssen die Sikarier vor 2000 Jahre auf die heanrückenden römischen Truppen geblickt haben.

Als es den Römern wenig später gelang, die Festung Masada zu stürmen, erwartete sie ein grauenvoller Anblick. 960 Männer, Frauen und Kinder hatten sich selbst umgebracht. Sie wollten lieber sterben als in die Hände der Römer zu fallen. Durch diese Tat steht Masada bis heute symbolisch für den jüdischen Freiheitswillen.

Totes Meer bei En Gedi: Schweben statt schwimmen

Nach dem kleinen Ausflug in die Geschichte geht es weiter nach En Gedi, eine verschlafene Oase am Westufer des Toten Meeres. Außer dem Strand könnt ihr dort auch ein Kibbuz und ein Naturschutzgebiet besuchen.

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Totes Meer bei En Gedi: Der Parkplatz liegt da wie ausgestorben (haha, Wortwitz).

An der Bushaltestelle En Gedi überquert ihr den Parkplatz und seid direkt am Ufer. Handtücher könnt ihr für 20 ILS leihen, wenn ihr keine dabei habt. Es gibt Duschen und Umkleidekabinen, die ihr gegen ein kleines Entgelt nutzen könnt. Dann steht eurem Bad im Toten Meer nichts mehr im Wege.

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Totes Meer: Salzgehalt bis zu 33 Prozent. Einfach zurücklehnen und die Schwerelosigkeit genießen!

Totes Meer – Reisetipps für noch mehr Badespaß

Damit dein Urlaub am Toten Meer zu einem vollen Erfolg wird, solltest du einige Hinweise beachten:

  • Crem dich mit Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ein.Am Toten Meer ist es wirklich heiß und es gibt keinen Schatten am Ufer.
  • Nimm Badeschuhe aus Plastik mit. Auch wenn sie doof aussehen. Die Steine am Ufer sind heiß und salzverkrustet. Deine Fußsohlen werden es dir danken.
  • Nimm Dusch-Sachen und mindestens zwei (!) Handtücher mit. Das Handtuch, mit dem du dich nach dem Baden direkt abtrocknest, wird durch das Salz klebrig und unbrauchbar.
  • Pack eine Plastiktüte ein, in dem du deine Sachen ablegen kannst.
  • Zieh alte Kleidung an. Salz macht Flecken und bleicht Leder und Stoffe unschön aus.
  • Achte darauf, dass du nirgends offene Stellen am Körper hast. Ein Totes-Meer-Bad macht dir selbst den kleinsten Schnitt vom Rasieren sofort schmerzhaft bewusst. Salzwasser in dieser Konzentration brennt nämlich höllisch.
  • Vermeide es unbedingt, Wasser in die Augen oder die Nase zu bekommen. Wenn es doch passiert: Sofort raus aus dem Wasser und gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
  • Trink vorher viel und achte auch nach dem Bad darauf, viel Wasser zu trinken. Das Salzwasser trocknet deinen Körper aus.

„Totes Meer“ ist heute ein Synonym für Heilkraft

Hat dir dein Totes-Meer-Erlebnis noch nicht gereicht? In Israel gibt es überall relativ günstige „Totes-Meer“-Produkte zu kaufen, die für ein komplettes Beauty-Treatment reichen, zum Beispiel:

  • Totes-Meer-Badesalz
  • Totes-Meer-Schlamm
  • Totes-Meer-Maske

Und so weiter.

Ob die Produkte wirklich wirken, lasse ich mal offen – es macht aber auf jeden Fall Spaß, sich in der Dusche von oben bis unten mit einer Schlammpackung einzuschmieren. Mein Schlamm sendete beim Rücktransport am Flughafen in Tel Aviv allerdings merkwürdige Signale beim Sicherheitscheck und musste daher in einer Extra-Box reisen.

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