Jerusalem – Heilige Stadt

Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

Vom Busbahnhof in Tel Aviv fahren wir mit dem Überlandbus nach Jerusalem. Israel ist ein kleines Land, deshalb dauert die Fahrt nur eine gute Stunde. An der Central Bus Station in Jerusalem nehmen wir ein Taxi zu unserer Unterkunft in Jerusalem, dem Abraham Hostel Jerusalem.

IMG_2643
In Jerusalem wird es Abend. Vom Dach des Hotels aus hat man einen guten Blick auf den Sonnenuntergang, der die Stadt in oranges Licht taucht.

Jerusalem ist eine der ältesten Städte der Welt und wird von Christen, Muslimen und Juden gleichermaßen als Heilige Stadt angesehen. Entsprechend begegnen sich hier überall Tradition und Moderne.

IMG_2634
Orthodoxe Juden trifft man in Jerusalem überall.

Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

Am nächsten Morgen besuchen wir zuerst die 1953 gegründete Gedenkstätte Yad Vashem. Sie erinnert an die nationalsozialistische Judenverfolgung und hat jährlich mehr als zwei Millionen Besucher. Auf unserem Weg dorthin begegnen uns viele Gruppen junger Soldaten, die das gleiche Ziel haben wie wir. Mit der Straßenbahn fahren wir bis zur Endstation Herzlberg.

IMG_2556
Die Gedenkstätte Yad Vashem liegt etwas außerhalb auf dem Herzberg, es ist friedlich und ruhig hier. Nichts lenkt von den Eindrücken der Denkmäler und Ausstellungsstücke ab.

In der Gedenkstätte selbst ist es natürlich nicht erlaubt Fotos zu machen, und das ist wirklich auch das, was einem als allerletztes in den Sinn kommt.

Neun Galerien zeigen in chronologischer Reihenfolge anhand von Videoinstallationen, Fotos, Dokumenten und anderen Ausstellungsstücken den Verlauf vom jüdischen Leben vor dem Holocaust bis hin zu Zeitzeugen-Berichten nach Kriegsende.

Sehr bewegend sind auch die Denkmäler, die sich über das ganze Gelände verteilen: etwa die „Halle der Erinnerung„, in der eine Gedenkflamme für die Opfer des Holocaust brennt. Das „Denkmal der Kinder„, das an die 1,5 Millionen Kinder erinnert, die von den Nazis ermordet wurden. Oder die „Halle der Namen„, in der die Namen der jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes gesammelt werden. Aufgewühlt und tief bewegt verlassen wir Yad Vashem nach einigen Stunden wieder. Die Eindrücke zu verarbeiten wird sicher einige Zeit dauern.

Die Altstadt von Jerusalem – Geschichte überall

Mit der Straßenbahn fahren wir zurück in Richtung Altstadt, in der fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten von Jerusalem liegen. Sie ist umgeben von einer prächtigen Stadtmauer, die nur durch den Tempelberg unterbrochen wird.

IMG_2553
Straßenbahn fahren in Jerusalem ist einfach, es gibt nämlich nur eine einzige Linie.

Insgesamt führen acht Tore ins Innere der Stadt: das Damaskus-Tor und das Herodes-Tor im Norden, das Jaffator im Westen, an dem die wichtige Jaffa-Straße endet, im Süden das Dungtor und das Zionstor und im Osten das Löwentor. Im Inneren spüren wir direkt die historische und religiöse Bedeutung der Stadt an allen Ecken. Es fühlt sich fast ein bisschen feierlich an.

IMG_2627
Acht Tore führen in die Altstadt von Jerusalem. Der Eingangsbereich vor dem Damaskustor ist von zahlreichen Händlern gesäumt.

Insgesamt teilt sich die Altstadt in Jüdisches Viertel, Christliches Viertel, Muslimisches Viertel und Armenisches Viertel. Letzteres ist das unspektakulärste.

Die verwinkelten Gassen der Altstadt von Jerusalem mit Stadtplan zu besichtigen, ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man nicht an jeder Ecke stehen bleiben und auf seinen Stadtplan schauen will. Das macht nicht nur wenig Spaß, sondern hindert auch den stetigen Strom von Besuchern am Weitergehen. Da die Altstadt insgesamt nur etwa einen Quadratkilometer groß ist, kommt man aber irgendwann sowieso zu jeder bekannten Sehenswürdigkeit und entdeckt ganz nebenbei noch einige versteckte Geheimnisse und spannende Läden im Souk.

IMG_2559
Versteckte Innenhöfe und kleine Gärten lassen sich in der Altstadt von Jerusalem abseits der Hauptstraßen entdecken.

Jüdisches Viertel: An der Klagemauer (Westmauer)

Früher oder später kommt jeder in Jerusalem zur Klagemauer, die heute meist Westmauer genannt wird. Meine kurzen Shorts werden am Sicherheitscheck als unangemessen eingestuft, deshalb bekomme ich eine Art Schürze zum Umwickeln. Auch Arme und Schultern sollten bedeckt sein. Für Männer ist eine Kopfbedeckung Vorschrift.

IMG_2579
Wer direkt an die Klagemauer möchte, muss sich angemessen bedecken und den jeweils für Männer oder Frauen vorgesehen Bereich nutzen.

Im Bereich der Männer auf der linken Seite der Klagemauer beten zahlreiche orthodoxe Juden, zu erkennen am Anzug, Hut und den Schläfenlocken. Der Bereich für Frauen rechts daneben ist übrigens deutlich kleiner. 

Tempelberg, Felsendom, Ölberg und Via Dolorosa

Von der Klagemauer ist es nicht weit bis zum Mughrabi Gate, dem einzigen Zugang für Nicht-Muslime zum Tempelberg von Jerusalem. Hier wartet die erste Enttäuschung: Der Aufstieg ist nur zu bestimmten Zeiten möglich (So-Do von 7:30-11 Uhr und von 13:30 bis 14:30). Da die Sicherheitschecks sehr lange dauern können, solltet ihr früh da sein und unbedingt vorher noch einmal die aktuellen Öffnungszeiten checken.

Statt auf den Tempelberg klettern wir nun über eine unauffällige Treppe auf die Dächer. Hier sind kaum Menschen, es hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen, dass man auch von hier aus die berühmte goldene Kuppel auf dem Felsendom und den Ölberg von Jerusalem sehen kann, der direkt vor den Mauern der Altstadt liegt.

IMG_2567
Der Ölberg in Jerusalem heißt in den meisten anderen Sprachen „Olivenberg“ – auf Englisch ist es entsprechend der „Mount of Olives“.

Wieder unten laufen wir als nächstes Richtung Via Dolorosa. Der „schmerzhafte Weg“ markiert die Strecke, die Jesus von Nazareth mit dem Kreuz auf den Schultern zu seiner Kreuzigungsstätte auf dem Berg Golgatha gelaufen sein soll. Sie liegt zu einem Großteil im heutigen Muslimischen Viertel.

IMG_2558
Die Via Dolorosa erstreckt sich von einem der zwei möglichen Sitze von Pontius Pilatus bis hin zur Grabeskirche, wo Jesus zu Grabe getragen werden soll.

Nachdem wir auf dem Weg noch das Österreichisches Hospiz besichtigt und vom Dach einen weiteren Blick auf den Tempelberg mit Felsendom geworfen haben, essen wir in den Souks frische Falafel mit reichlich Hummus zu Mittag.

IMG_2625
Die Straßen der Altstadt sind teilweise mit Bogengängen überdacht.

Auf den Märkten und in den kleinen Geschäften, die die Straßen der Altstadt von Jerusalem säumen, gibt es: alles. Kleidung, Kunsthandwerk, Gewürze – wer sich mit Souvenirs eindecken möchte und Spaß am Feilschen hat, ist hier genau richtig.

Letzte Station: die Grabeskirche

Inzwischen haben wir fast alle Viertel der Altstadt besucht – nur das Christliche Viertel fehlt noch. Hier steht die berühmte Grabeskirche, erbaut an der Stelle, an der sich Überlieferungen zufolge das Grab Jesu befinden soll.

IMG_2602
Gläubige aus aller Welt kommen zum Beten in die Grabeskirche in Jerusalem.

Inzwischen dämmert es, und das läutet das Ende unseres Besuchs in der Altstadt von Jerusalem ein. Spätestens ab 21 Uhr wirkt die Altstadt nämlich ziemlich ausgestorben. Die Geschäfte schließen, die Rollläden rasseln herunter. Zeit, ins Hostel zurückzukehren.

In der Altstadt von Jerusalem könnte man problemlos noch zwei, drei weitere Tage verbringen, so viele Sehenswürdigkeiten hat Jerusalem zu bieten. Wenn ihr eine Unterkunft in Jerusalem sucht, kann es sich daher auch lohnen, in der Nähe der Altstadt zu suchen.

Mehr über Reiseziele in Israel erfahren

Advertisements

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna sagt:

    Jerusalem steht schon ewig auf meiner Bucketlist. Als Historikerin ist das quasi mein Mekka. Toller Artkel und schöne Bilder!

    Herzlich,
    Anna

    Gefällt mir

    1. Katharina sagt:

      Danke! Ja, ich möchte auch unbedingt noch einmal hin, die zeit war viel zu kurz.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s