Städtetrip: Barcelona

Barcelona – Zuhause ab Sekunde 1

Schon nach den ersten Metern über die Ramblas, die zentrale Einkaufsstraße, fühle ich mich in Barcelona zu Hause. Im September ist es angenehm warm, überall sitzen Menschen. Es ist voll, aber alle wirken wahnsinnig entspannt.

Unser AirBnb-Zimmer liegt in einer winzigen Seitenstraße der Ramblas direkt hinter dem Mercat de la Boqueria, einem der schönsten Märkte Barcelonas. Ideale Lage, um sich mit frischen Lebensmitteln zum Mittagessen einzudecken.

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Auf dem Mercat de la Boqueria gibt es fangfrischen Fisch, Krebse und jede erdenkliche Obst- und Gemüseart.

Wir sind spät angekommen, deshalb dämmert es schon, aber das Barri Gòtic, das älteste Viertel der Stadt, wirkt zur „blauen Stunde“ besonders schön. Die Wärme hält sich zwischen den alten Mauern, das Licht lässt alles seltsam klar konturiert erscheinen. Auch, als es längst dunkel geworden ist, sitzen Menschen vor Bier oder Sangria auf den Stufen oder in kleinen Cafés – bis spät in die Nacht.

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Noch ist die Sonne im Barri Gòtic noch nicht untergegangen.

Ein Wald aus Stein: Gaudís Sagrada Família

Am nächsten Tag machen wir uns früh auf zu DEM Wahrzeichen der Stadt, der Sagrada Família (Tickets hier unbedingt online reservieren, sonst steht ihr ewig an). Der Bau der von Gaudi entworfenen Kirche ist bis heute nicht abgeschlossen, was den Besucherströmen aber keinen Abbruch tut. Schon von außen wirkt das Gebäude wie gewachsen statt gemeißelt, an der Fassade entdecke ich eine Art Tannenbaum. Mit jedem Blick, den ich gegen das Sonnenlicht wage, spüre ich neue farbenprächtige Verzierungen, Blätter aus Stein und Tierfiguren auf.

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Die Sagrada Família: 2026 soll die Kirche nach über hundert Jahren Bauzeit endlich fertiggestellt werden.

Im Inneren bin ich sofort gefesselt. Beim Blick nach oben fühle ich mich, als würde ich in einem steinernen Wald befinden. Obwohl die Säulen symmetrisch angeordnet sind, wirken sie organisch, als seien sie während der letzten Jahre wild gewachsen. Das Licht, das durch die Glasfenster fällt und jede Minute eine andere Farbe auf die Steine projiziert, tut ihr übriges. Wir vergessen völlig die Zeit, andere Touristen blende ich einfach aus.

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Das Licht verändert sich in der Sagrada Família minütlich – hier kann man sich stundenlang aufhalten

Den Nachmittag verbringen wir im Barri Gòtic und essen eine riesige Portion Eis bei Gelaaati! di Marco. Geheimtipp: Unbedingt das Zimt-Eis („Canella“) probieren! Abends gibt es Tapas in einer modernen Tapas-Bar westlich der Ramblas.

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Moderne Tapas-Bars gibt es neben der klassischen Variante überall im Barri Gòtic.

Gaudí Teil 2: Vom Park Güell ins verschlafene Gràcia

In Barcelona fühlen sich auch Standard-Sehenswürdigkeiten so an, als würden die Einheimischen selbst ständig hinfahren, einfach, weil alles so schön für’s Auge ist. Im Park Güell laufen wir zuerst außen um die den bekannten Innenteil, die „Monumental Zone“ herum. Hier stehen die berühmtesten Gaudí-Skulpturen. Allerdings sind nur 400 Besucher pro halbe Stunde zugelassen. Um Wartezeiten zu vermeiden, solltet ihr auch hier Tickets online kaufen.

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Im Park Güell stehen die berühmtesten Sehenswürdigkeiten im Innenteil, der „Monumental Zone“.

Wenn ihr ein bisschen Zeit mitbringt, kann ich euch das Viertel Gràcia and Herz legen, das den Park umgibt. Hippe Restaurants wechseln sich mit Szene-Cafés und kleinen Boutiquen ab, viele Künstler und Studenten leben hier. Trotzdem ist alles entspannt unaufgeregt, wer möchte, kann sich stundenlang in kleinen Gassen verirren oder auf einem der zahlreichen Plätze in der Sonne kalte selbstgemachte Limonade trinken.

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Künstlerviertel Gràcia – an jeder Ecke wartet ein Atelier oder ein kleines Hippies Café.

Auf dem Rückweg Richtung Zentrum schlendert ihr mit einem kleinen Umweg noch an der Casa Milà und der Casa Batllò vorbei, zwei weitere berühmte Gebäude, mit denen Gaudí das Stadtbild geprägt hat.

Abendlicher Wasser-Zauber an der Font Mágica

Mit der Bahn fahren wir nach Einbruch der Dunkelheit zur Font Mágica, einer riesigen beleuchteten Wasser-Fontäne, an der sich in den Sommermonaten jeden Abend Tausende Menschen versammeln. Epische Musik untermalt das Spektakel, unter den Stücken (vom Band) sind der Herr-der-Ringe-Soundtrack und andere bekannte Movie-Themes. Ich kann meinen Blick kaum abwenden und drehe mich auf dem Rückweg immer wieder um – ein letzter Blick, und noch ein letzter…

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Die „Font Mágica“ gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Barcelona – völlig zu Recht. Der Eintritt ist übrigens frei.

Montjuïc: Auf dem Hausberg von Barcelona

Am nächsten Morgen weckt uns der Markt-Lärm schon früh. Wir entschließen uns, auf den Montjuïc zu fahren, den Hausberg Barcelonas. Einige Mutige entscheiden sich für einen Aufstieg aus eigener Kraft. Wir wählen angesichts der Temperaturen lieber die Seilbahn, auch wenn 10,80 Euro nicht gerade wenig sind und das Fort und der Aussichtspunkt auf dem Gipfel noch einmal extra Eintritt kosten. Größere Sehenswürdigkeiten sind in Barcelona übrigens generell nicht günstig.

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Vom Montjuic hat man einen tollen Blick über die ganze Stadt. Wer nicht laufen möchte, kann mit der Seilbahn fahren.

Vorher klettern wir aber noch den Berg hinunter – vorbei an Rosengärten, Palmen und endlosen Rasen-Anlagen.

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Beim Weg nach unten laufen wir durch viele Gärten und Parkanlagen.

Abends gibt es für uns einen großen Krug Sangria, dazu Live-Musik. Eine Weile sitzen wir noch auf der Plaza de Catalunya. Die Spätsommernacht ist unglaublich mild, überall sind Menschen unterwegs.

Zum Abschied: Chocolate con Churros und ein Bad im Mittelmeer

Am letzten Morgen gönnen wir uns eine große Portion Churros bei Chök. Die „Schokoladenküche“ haben wir durch Zufall entdeckt, sie liegt ganz in der Nähe unserer Wohnung. Die Trinkschokolade, in die die fettigen Churros getaucht werden, ist deutlich weniger süß als wir dachten, das Gebäck schmeckt trotzdem ziemlich lecker.

Das Meer glitzert so verlockend in der Sonne, dass wir am Nachmittag noch einen Strandbesuch einschieben. Die Zeit reicht gerade noch, um einmal ins lauwarme Mittelmeer zu springen, dann müssen wir uns von Barcelona verabschieden. Sicher nicht für immer.

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Der Strand liegt in Barcelona direkt in der Stadt und ist bequem mit der Bahn zu erreichen.
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