5 Orte auf Sizilien, die Italien-Fans auf keinen Fall verpassen dürfen

1) Für Stadtmenschen: Catania, das Herz von Siziliens Ostküste

Wenn ihr nur eine Woche auf Sizilien verbringen könnt, solltet ihr euch für eine Region entscheiden. An der Ostküste ist Catania ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Umland. Nehmt euch einen Tag Zeit für die Stadt selbst und erkundet dann die Umgebung. Wer keinen Mietwagen auf Sizilien nehmen möchte, erreicht mit dem gut ausgebauten Bus-Netz und ein bisschen Planung alle wichtigen Orte.

Als wir ankommen, erholt sich Catania erholt gerade vom Vorabend – Ferragosto, der 15. August, ist in Italien ein Feiertag und wird groß gefeiert. Die meisten Italiener nehmen ihren Jahresurlaub um den Tag herum. Deshalb treffen wir auch fast ausschließlich italienische Touristen, andere Nationen sind kaum vertreten.

 

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Mit 315.000 Einwohnern ist Catania nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf der Insel.

 

In Catania lässt sich alles gut zu Fuß erreichen. Das Eis schmeckt wie erwartet großartig. Den Abend verbringen wir mit Pizza und Weißwein auf der zentralen Piazza del Duomo.

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Ja, die Pizza mit Rucola und Tomaten schmeckt genau so gut wie sie aussieht.

2) Für Badefreudige: Die Zyklopenküste bei Aci Trezza

Etwa 40 Minuten mit dem Bus von Catania entfernt beginnt die Zyklopenküste mit ihren zerklüfteten Felsformationen. Die Buslinie 534 verbindet Catania mit dem nahegelegenen Küstenort Aci Trezza.

Sandstrand gibt es hier nicht, nur Felsen, auf denen ihr aber gut sitzen und euch sonnen oder lesen könnt. Das Wasser ist kristallklar, und mit ein bisschen akrobatischem Geschick schafft ihr es auch unfallfrei über die glitschigen Steine in die kühlen Fluten.

So kam die Zyklopenküste übrigens zu ihrem Namen:

Der Legende nach segelte der griechische Held Odysseus auf seiner Irrfahrt auch nach Sizilien. Als er die Insel wieder verlassen wollte, warf ihm der einäugige Zyklop Steinbrocken hinterher, um Odysseus an der Abreise zu hindern.

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Die „Zyklopenküste“ bei Aci Trezza verdankt ihren Namen einer Legende aus der griechischen Mythologie.

So kommt ihr mit dem Bus zur Zyklopenküste bei Aci Trezza:

An der Piazza Stesicoro kauft ihr euch am Kiosk ein Ticket für den 534er-Bus. Die Busverbindungen findet auf der Website der Azienda Metropolitana Trasporti Catania, kurz AMT. Das Ticket entwertet ihr im Bus.

Die Fahrt verläuft ziemlich holprig – Busfahren in Italien ist meist etwas abenteuerlich. Auf dem Weg an der Küste entlang könnt ihr einen Blick auf die Burg Aci Castello werfen. Die Endstation ist Piazza delle Scuole Acitrezza – hier steigt ihr aus. Nach wenigen Metern bergab erreicht ihr die Küste.

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Aci Trezza verfügt über einen kleinen Hafen und einige Badestellen.

 

3) Für Vogelfans: Noto und das Naturreservat Vendicari

Ein schöner Ausflug, für den ihr allerdings eine Übernachtung einplanen solltet, ist das Naturreservat Vendicari. Mit dem Bus fahrt ihr von Catania zuerst ins malerische Noto, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden.

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Bei dem Ausblick sind die Spuren der Nacht im 18-Bett-Zimmer im Hostel schnell vergessen.

Einmal täglich gegen 1 fährt ein Van ins Naturreservat Vendicari und gegen 6 Uhr abends wieder zurück nach Noto. Geht am besten nach eurer Ankunft zur Touristeninformation von Noto, um die aktuellen Zeiten zu erfahren. Hier könnt ihr dann auch direkt das Ticket kaufen.

Der van Tatsächlich rollt mit etwas Verspätung ein weißer Van mit einem jungen Italiener am Steuer zwischen die wartenden Fernbusse. Nach 20 Minuten etwas holpriger Fahrt erreichen wir den Parkplatz am Naturreservat. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter.

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Hölzerne Stege führen vorbei an kleinen Binnenseen Richtung Küste. Zwischendurch kommt ihr an vielen kleinen Holzhäuschen vorbei, von denen aus ihr mit etwas Glück sogar Flamingos beobachten könnt.

Der Sandstrand ist fein, das Wasser kann man eher als „naturbelassen“ bezeichnen – schwimmt man ein Stückchen hinaus, ist es aber wieder völlig klar. Vereinzelt sonnen sich italienische Paare, Schatten gibt es kaum – ein Sonnenschirm schadet also nicht.

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Vom Strand aus blickt man auf eine seit 1944 stillgelegte Thunfischfabrik, durch deren Ruinen Besucher streifen dürfen.

Als es uns zu heiß wird, schlendern wir noch eine Weile durch das Reservat. Es ist sehr friedlich hier, vereinzelt schreckt aus den Binsen ein Reiher auf. Touristen begegnen wir kaum – dafür jeder Menge Heuschrecken und Eidechsen.

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Der Torre Seva, ein alter Befestigungsturm aus dem 15. Jahrhundert, wacht über die Badestrände.

 

4) Für Abenteurer: Auge in Auge mit dem Etna, Italiens größtem Vulkan

Jeden Tag fährt ein Bus der Firma AST um 8:15 zum Etna und um 16:30 wieder zurück. Das ist die einzige Möglichkeit, den Etna mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen.

Tickets bekommt ihr nur am gleichen Tag im Ticket Office („Biglietteria“) von AST in der Via Luigi Sturzo 230. Seid am besten früh da, die Tickets sind begehrt. Denkt unbedingt daran, gleich ein Rückfahrticket zu kaufen!

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Zwischenstopp im Dörfchen Nicolosi: Außer einem Blick auf den Etna ist hier nicht viel los.

Die Busfahrt zum Etna dauert etwa zwei Stunden. Die Strecke ist steil und kurvig. Je höher sich der schwere Bus in den engen Gassen schraubt, desto karger wird die Landschaft. An beiden Seiten der Straße liegt Geröll, man erkennt, dass hier einmal heiße Lava geflossen ist.

Plötzlich stoppt der Bus am Straßenrand. Aufgeregt deutet der Busfahrer auf einen großen Stein am Straßenrand. Er entpuppt sich als Häuserdach, das aus der erkalteten Lava ragt.

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Hoffentlich konnten sich die Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor sich die Lavaströme über dieses Haus wälzten…

Am Refugio Sapienza, einer Ansammlung einer Restaurants und Souvenirshops kurz unter dem Gipfel, ist Endstation für den Etna-Bus. Von hier aus geht es entweder zu Fuß (nur mit professioneller Wanderkleidung zu empfehlen) oder mit einer Seilbahn weiter. Die Tickets für die Etna-Seilbahn kosten über 30 Euro – ein stolzer Preis.

Oben angekommen sehen wir zuerst einen Kiosk, in dem man warme Jacken und dicke Socken leihen kann, natürlich ebenfalls kostenpflichtig. Tatsächlich herrschen hier oben nur etwa sieben Grad Celsius, und es ist außerdem ziemlich windig. Wer noch weiter möchte, kann sich nach der Fahrt gegen einen Aufpreis von einem Geländewagen weiter bis direkt zum Etna-Gipfel bringen lassen.

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Blick vom Gipfel: Durch die Geröll-Wüste ziehen sich Schlangenlinien aus Stein. In der Ebene liegt Catania.

Nach der Abfahrt mit der Seilbahn sind es noch gute drei Stunden, bis der Bus zurückfährt. Zeit genug also, um über einen der Nebenkrater zu kraxeln. Keine Absperrungen oder Geländer schützen die Besucher. Auf dem rutschigen Geröll müssen ihr bei dem pfeifenden Wind deshalb gut aufpassen.

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In Wirklichkeit war der Weg auf den Nebenkrater noch steiler als es aussieht. Dafür hat man von oben einen spektakulären Blick auf den Etna.

Der anstrengende Aufstieg lohnt sich: Das Wetter ist erfreulich klar, was uns einen spektakulären Blick auf den Etna beschert. Den Rest der Zeit verbringen wir in einem der Cafés. Wer nicht wandern möchte, hat nach etwa zwei Stunden nämlich eigentlich alles gesehen.

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Sieht aus wie gemalt: Das Farbenspiel am Etna erinnert an Sandmalerei.

 

5) Für Geschichtsliebhaber: Das Amphitheater von Taormina und die Isola Bella

Das Amphitheater in Taormina ist bei einer Sizilien-Reise ein Muss. Zum Glück ist das Fernbusnetz auf Sizilien gut ausgebaut. Eine Autovermietung in Catania zu finden wäre zwar nicht weiter schwierig, aber einen Mietwagen durch die kurvigen Straßen und die engen Gassen zu lenken ist eben nicht jedermanns Sache. Im Ticket Office von Interbus bekommt ihr eine Hin- und Rückfahrkarte nach Taormina. Die Fahrkarten sind grundsätzlich nur einen Tag im Voraus erhältlich.

Die Busfahrt nach Taormina dauert etwa zwei Stunden. Das liegt daran, dass das letzte Stück sehr steil am Berg liegt. Durch die alten Gassen lauft ihr von der Bushaltestelle Richtung Amphitheater. Der Eintritt ist mit 10 Euro nicht ganz billig, der Blick ist aber phänomenal.

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Das Amphitheater in Taormina mit seinem spektakulären Blick über das Mittelmeer ist bei Touristen besonders beliebt.

Die Hotels in Taormina sind förmlich aus dem Boden geschossen. Entsprechend voll ist es auch überall. Mit der Seilbahn fahrt ihr runter an den Strand. Auch hier ist es brechend voll, auf dem Kiesstrand ist meist kaum noch etwas frei.

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Durch die Felsen ist es am Strand von Taormina nicht einfach, ins Wasser zu gelangen.

Wenn ihr strapazierfähige Sandalen tragt, lauft ihr einfach ein Stück, bis ihr einen geeigneten Platz findet. Der Einstieg ins Wasser ist hier durch die Felsen noch schwieriger als in Aci Trezza.

Auf dem Rückweg ins Stadtzentrum von Taormina könnt ihr noch der Isola Bella einen besuch abstattet, die ihr an einer seichten Stelle sogar zu Fuß erreicht. Plant aber unbedingt ausreichend Zeit für den Rückweg ein, damit ihr den bus nach Catania noch erwischt! Die Schlange an der Seilbahn ist zu Stoßzeiten nämlich so lang, dass ihr gut und gerne 30 Minuten warten müsst.

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Die Isola Bella, die „schöne Insel“, liegt vor der Küste von Taormina und kann zu Fuß erreicht werden.

Übrigens: So freundlich sind die Sizilianer

Unser Start in den Sizilien-Urlaub war etwas holprig: Am Flughafen in Catania kauften wir für vier Euro ein Ticket für den Alibus beim Busfahrer. Mit Händen und Füßen fragten wir, wann wir die Piazza Stesicoro erreichen, an der wir uns mit unserer AirBnb-Gastgeberin Nausicaa treffen wollten. Der Fahrer hielt fünf Finger hoch, alles klar, in fünf Stationen also. Schon bald erreichten wir die Stadt und kurvten durch die schmalen Gassen. Der Bus hielt mal hier mal da, aber der fünfte Stopp war noch nicht gekommen.

20 Minuten später bog der Bus allerdings auf eine Schnellstraße ein, die uns vage bekannt vorkommt. Kurze Zeit später standen wir wieder vor dem Flughafen. Wie sich herausstellte, hält der Bus nicht automatisch an jeder Haltestelle. Als der Busfahrer uns nach dieser kleinen Rundreise durch Sizilien verwirrt auf der Rückbank sitzen sah, fing er lauthals an zu lachen und gestikulierte wild seinem Kollegen gegenüber. Wir durften noch einmal umsonst mitfahren – und sind dieses Mal tatsächlich an der richtigen Stelle ausgestiegen.

Meine Route für eine Woche Sizilien

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