5 Orte auf Sizilien, die du als Italien-Fan auf keinen Fall verpassen darfst

1) Für Stadtmenschen: Catania, das Herz von Siziliens Ostküste

Wenn du nur eine Woche auf Sizilien verbringen kannst, solltest du dich für eine Region entscheiden. An der Ostküste ist Catania ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Umland. Nimm dir einen Tag Zeit für die Stadt selbst und erkunde dann die Umgebung. Wenn du keinen Mietwagen auf Sizilien nehmen möchtest, erreichst du mit dem gut ausgebauten Bus-Netz und ein bisschen Planung alle wichtigen Orte.

Innenstadt von Catania auf Sizilien
Mit 315.000 Einwohnern ist Catania nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf der Insel.

In Catania erreichst du alles gut zu Fuß. Das Eis schmeckt wie erwartet überall großartig. Den Abend verbringst du am schönsten ganz klassisch mit Pizza und Weißwein auf der zentralen Piazza del Duomo.

Pizza im Restaurant in Catania
Pizza mit Rucola und Tomaten: Es geht doch nichts über italienisches Essen direkt in Italien.

2) Für Badefreudige: Die Zyklopenküste bei Aci Trezza

Etwa 40 Minuten mit dem Bus von Catania entfernt beginnt die Zyklopenküste mit ihren zerklüfteten Felsformationen. Die Buslinie 534 verbindet Catania mit dem nahegelegenen Küstenort Aci Trezza.

Sandstrand gibt es hier nicht, nur Felsen, auf denen du aber gut sitzen und dich sonnen oder lesen kannst. Das Wasser ist kristallklar, und mit ein bisschen akrobatischem Geschick schaffst du es auch unfallfrei über die glitschigen Steine in die kühlen Fluten.

So kam die Zyklopenküste übrigens zu ihrem Namen:

Der Legende nach segelte der griechische Held Odysseus auf seiner Irrfahrt auch nach Sizilien. Als er die Insel wieder verlassen wollte, warf ihm der einäugige Zyklop Steinbrocken hinterher, um Odysseus an der Abreise zu hindern.

Zyklopenküste bei Aci Trezza auf Sizilien
Die „Zyklopenküste“ bei Aci Trezza verdankt ihren Namen einer Legende aus der griechischen Mythologie.

So kommst du mit dem Bus zur Zyklopenküste bei Aci Trezza:

An der Piazza Stesicoro kaufst du dir am Kiosk ein Ticket für den 534er-Bus. Die Busverbindungen findest du der Website der Azienda Metropolitana Trasporti Catania, kurz AMT. Das Ticket entwertest du im Bus.

Die Fahrt verläuft ziemlich holprig – Busfahren in Italien ist meist etwas abenteuerlich. Auf dem Weg an der Küste entlang kannst du einen Blick auf die Burg Aci Castello erhaschen. An der Endstation Piazza delle Scuole Acitrezza steigst du aus. Nach wenigen Metern bergab bist du schon am Meer.

Hafen von Aci Trezza auf Sizilien
Der kleine Küstenort Aci Trezza verfügt über einen kleinen Hafen und einige Badestellen.

3) Für Vogelfans: Noto und das Naturreservat Vendicari

Ein schöner Ausflug, für den du allerdings eine Übernachtung einplanen solltest, ist das Naturreservat Vendicari. Mit dem Bus fährst du von Catania zuerst ins malerische Noto, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden.

Altstadt von Noto auf Sizilien
Die Altstadt von Noto gehört seit einigen Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Einmal täglich gegen 1 fährt ein Van ins Naturreservat Vendicari und gegen 6 Uhr abends wieder zurück nach Noto. Gehe am besten nach deiner Ankunft direkt zur Touristeninformation von Noto, um die aktuellen Zeiten zu erfahren. Hier kannst du dann auch direkt das Ticket kaufen. Nach 20 Minuten etwas holpriger Fahrt erreichst  du den Parkplatz am Naturreservat. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter.

Naturreservat Vendicari auf Sizilien
Das Naturreservat Vendicari ist für Fahrzeuge gesperrt – hier geht es nur noch zu Fuß weiter.

Hölzerne Stege führen vorbei an kleinen Binnenseen Richtung Küste. Zwischendurch kommst du an vielen kleinen Holzhäuschen vorbei, von denen aus du mit etwas Glück sogar Flamingos beobachten kannst.

Der Sandstrand ist fein, das Wasser eher „naturbelassen“ – schwimmst du ein Stückchen hinaus, ist es aber wieder völlig klar. Vereinzelt sonnen sich italienische Paare, Schatten gibt es kaum – ein Sonnenschirm schadet also nicht.

Stillgelegte Thunfischfabrik in Vendicari
Vom Strand aus blickst du auf eine seit 1944 stillgelegte Thunfischfabrik, durch deren Ruinen Besucher streifen dürfen.

Wenn es dir zu heiß wird, kannst du einfach ein bisschen durch das Reservat schlendern. Es ist sehr friedlich hier, höchstens ein Reiher schreckt mal aus den Binsen hoch. Touristen begegnest du kaum – dafür jeder Menge Heuschrecken und Eidechsen. Achtung, vergiss bei all der Idylle nicht, dass du noch zurück zum Ausgangspunkt musst, wo der Van dich wieder einsammelt!

Torre Seva im Reservat Vendicari
Der Torre Seva, ein alter Befestigungsturm aus dem 15. Jahrhundert, wacht über die Badestrände im Naturreservat.

4) Für Abenteurer: Auge in Auge mit dem Ätna, Italiens größtem Vulkan

Jeden Tag fährt ein Bus der Firma AST um 8:15 zum Etna und um 16:30 wieder zurück. Das ist die einzige Möglichkeit, den Etna mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen. Tickets bekommst du nur am gleichen Tag im Ticket Office („Biglietteria“) von AST in der Via Luigi Sturzo 230. Sei am besten früh da, die Tickets sind begehrt. Denke unbedingt daran, gleich ein Rückfahrticket zu kaufen!

Die Busfahrt zum Etna dauert etwa zwei Stunden. Die Strecke ist steil und kurvig. Je höher sich der schwere Bus in den engen Gassen schraubt, desto karger wird die Landschaft. An beiden Seiten der Straße liegt Geröll, man erkennt, dass hier einmal heiße Lava geflossen ist. Einen Zwischenstopp für Kaffee legt der Busfahrer in Nicolosi ein.

Dorf Nicolodi auf dem Weg zum Etna
Zwischenstopp im Dörfchen Nicolosi: Außer einem Blick auf den Etna ist hier nicht viel los.

Plötzlich stoppt der Bus am Straßenrand. Aufgeregt deutet der Busfahrer auf einen großen Stein am Straßenrand. Er entpuppt sich als Häuserdach, das aus der erkalteten Lava ragt.

Haus unter Lava begraben
Hoffentlich konnten sich die Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor sich die Lavaströme über dieses Haus wälzten…

Am Refugio Sapienza, einer Ansammlung einer Restaurants und Souvenirshops kurz unter dem Gipfel, ist Endstation für den Etna-Bus. Von hier aus geht es entweder zu Fuß (nur mit professioneller Wanderkleidung zu empfehlen) oder mit einer Seilbahn weiter. Die Tickets für die Etna-Seilbahn kosten über 30 Euro – ein stolzer Preis.

Oben angekommen siehst du zuerst einen Kiosk, in dem du warme Jacken und dicke Socken leihen kannst, natürlich ebenfalls kostenpflichtig. Tatsächlich herrschen hier oben nur etwa sieben Grad Celsius, und es ist außerdem ziemlich windig. Wenn du noch weiter möchtest, kannst du dich nach der Fahrt gegen einen Aufpreis von einem Geländewagen weiter bis direkt zum Etna-Gipfel bringen lassen.

Blick vom Vulkan Etna auf Sizilien
Blick vom Gipfel des Etna: Durch die Geröll-Wüste ziehen sich Schlangenlinien aus Stein. In der Ebene liegt Catania.

Nach der Abfahrt mit der Seilbahn bleiben noch gute drei Stunden, bis der Bus zurückfährt. Zeit genug also, um über einen der Nebenkrater zu kraxeln. Keine Absperrungen oder Geländer schützen die Besucher. Auf dem rutschigen Geröll musst du bei dem pfeifenden Wind deshalb gut aufpassen.

Weg auf den Nebenkrater des Etna
In Wirklichkeit ist der Weg auf den Nebenkrater noch steiler als es aussieht. Dafür hast du von oben einen spektakulären Blick auf den Etna.

Der anstrengende Aufstieg lohnt sich: Ist das Wetter klar, hast du von hier aus einen spektakulären Blick auf den Etna. Wenn du wandern möchtest, hast du nach etwa zwei Stunden allerdings alles gesehen und musst den Rest des Tages in einem der Cafés verbringen.

Etna auf Sizilien
Das Farbenspiel an den Hängen des Etna erinnert an eine Sandmalerei.

5) Für Geschichtsliebhaber: Das Amphitheater von Taormina und die Isola Bella

Das Amphitheater in Taormina ist bei einer Sizilien-Reise ein Muss. Zum Glück ist das Fernbusnetz auf Sizilien gut ausgebaut. Eine Autovermietung in Catania zu finden wäre zwar nicht weiter schwierig, aber einen Mietwagen durch die kurvigen Straßen und die engen Gassen zu lenken, ist eben nicht jedermanns Sache. Im Ticket Office von Interbus in Catania bekommst du eine Hin- und Rückfahrkarte nach Taormina. Die Fahrkarten sind grundsätzlich nur einen Tag im Voraus erhältlich.

Die Busfahrt nach Taormina dauert etwa zwei Stunden. Das liegt daran, dass das letzte Stück sehr steil am Berg liegt. Durch die alten Gassen läufst du von der Bushaltestelle Richtung Amphitheater. Der Eintritt ist mit 10 Euro nicht ganz billig, der Blick ist aber phänomenal.

Amphitheater in Taormina auf Sizilien
Das Amphitheater in Taormina mit seinem spektakulären Blick über das Mittelmeer ist bei Touristen besonders beliebt.

Die Hotels in Taormina sind förmlich aus dem Boden geschossen. Entsprechend voll ist es auch überall. Mit der Seilbahn gelangst du runter an den Strand. Auch hier ist es brechend voll, auf dem Kiesstrand findest du zumindest im Hochsommer nur mit Mühe ein freies Plätzchen. Der Einstieg ins Wasser ist hier durch die Felsen noch schwieriger als in Aci Trezza.

Strand von Taormina
Durch die Felsen und Kiesel ist es am Strand von Taormina nicht einfach, ins Wasser zu gelangen.

Auf dem Rückweg ins Stadtzentrum von Taormina kannst du noch der Isola Bella einen Besuch abstatten, die du an einer seichten Stelle sogar zu Fuß erreichst. Plane zur Hauptreisezeit unbedingt ausreichend Zeit für den Rückweg mit der Seilbahn ein, damit du den Bus zurück nach Catania noch erwischst! Die Schlange an der Seilbahn ist zu Stoßzeiten nämlich so lang, dass du gut 30 Minuten wartest.

Isola Bella bei Taormina
Die Isola Bella, die „schöne Insel“, liegt vor der Küste von Taormina und ist zu Fuß zu erreichen.

Übrigens: So freundlich sind die Sizilianer

Mein Start in den Sizilien-Urlaub war etwas holprig: Am Flughafen in Catania kaufte ich mir für vier Euro ein Ticket für den Alibus beim Busfahrer. Mit Händen und Füßen fragte ich, wann wir die Piazza Stesicoro erreichen, an der ich mich mit meiner AirBnb-Gastgeberin Nausicaa treffen wollten. Der Fahrer hielt fünf Finger hoch, alles klar, in fünf Stationen also. Schon bald erreichten wir die Stadt und kurvten durch die schmalen Gassen. Der Bus hielt mal hier mal da, aber der fünfte Stopp war noch nicht gekommen.

20 Minuten später bog der Bus allerdings auf eine Schnellstraße ein, die mir vage bekannt vorkam. Kurze Zeit später stand ich wieder vor dem Flughafen. Wie sich herausstellte, hält der Bus nicht automatisch an jeder Haltestelle. Als der Busfahrer mich nach dieser kleinen Rundreise durch Sizilien verwirrt auf der Rückbank sitzen sah, fing er lauthals an zu lachen und gestikulierte wild seinem Kollegen gegenüber. Ich durfte noch einmal umsonst mitfahren – und bin dieses Mal tatsächlich an der richtigen Stelle ausgestiegen.

Meine Route für eine Woche Sizilien

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