So planst du den perfekten Roadtrip durch Kroatien, Slowenien und Italien

Mit dem Rucksack durch Osteuropa

Die Route: Zagreb – Ljubljana – Triest -Pula – Rijeka – Split. Drei Länder, zwei Wochen. Unterwegs sind wir bei dem kleinen Europa-Roadtrip mit Bus und Zug, die Verbindungen findest du mit ein bisschen Recherche im Internet, zum Beispiel unter http://www.buscroatia.com/de.

1. Station: Zagreb

Beschaulich und etwas verschlafen liegt die kroatische Hauptstadt vor uns, als wir morgens um 8 aus dem Flieger steigen. Mit dem Bus geht es in die Stadt, von da aus mit der Straßenbahn (7 Kuna / Fahrt) weiter zu unserem Hostel in Zagreb, dem Mali Mrak.

Hostel Mali Mrak in Zagreb
Gemütliches Chaos: Die Besitzer im Mali Mrak sind besonders freundlich.

Ein gewisser Igor begrüßt uns höchstpersönlich. Unser Zimmer ist klein und liebevoll mit einer Meereskulisse bemalt. Wir frühstücken gemütlich im Hof und ziehen dann zu Fuß los.

Das Stadtzentrum von Zagreb teilt sich in Ober- und Unterstadt (Gornji und Donji Grad). Beide Bezirke halten sehenswerte Kirchen und Plätze bereit und lassen sich bequem zu Fuß erkunden.

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Von der Oberstadt Gornji Grad hat man einen guten Blick über die Dächer. Die Gebäude sind hervorragend erhalten und erinnern an Budapest oder Prag.

Im Botanischen Garten von Zagreb erbringen wir einige Stunden in der Sonne, auch das Nationaltheater am Marschall-Tito-Platz ist einen Abstecher wert.

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Der Botanische Garten Zagreb ist von Mai bis Oktober geöffnet. Besonders sehenswert ist der Rosengarten.

Meistens laufen wir aber ziellos durch die kleinen Gassen, unterbrochen durch regelmäßige Pausen in einem der vielen kleinen Cafés. Sich zu verirren ist praktisch unmöglich. Für den Abend hält das Stadtzentrum viele Bars und Pubs bereit, in einem offenen Hausfenster spielt jemand Gitarre. Weil alles so nah ist, laufen wir durch die warme Nachtluft nach Hause.

Durch malerische Landschaften nach Ljubljana

Zwei Nächte bleiben wir in unserem Hostel in Zagreb. Das reicht aus, um die Stadt kennen zu lernen. Es zieht uns jetzt aber weiter nach Ljubljana, schließlich soll das ein Europa-Roadtrip werden. Die Bahnfahrt in die slowenische Hauptstadt dauert zweieinhalb Stunden. Gemächlich rollt der Zug durch malerische Täler, vorbei an Wiesen und Flüssen. Die Grenzkontrolle ist völlig unproblematisch, eine japanische Mitreisende wird kontrolliert, sonst passiert gar nichts.

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Auf der Zugfahrt durch Ljubljana passieren wir beschauliche, friedliche Landstriche.

Ljubljana ähnelt vom Stadtbild her Zagreb und scheint sich extra in Schale geworfen zu haben, so sauber und akkurat sind die Straßen und Häuser. Kein Wunder, die Altstadt steht schließlich komplett unter Denkmalschutz. Nachdem wir unser Gepäck im Hostel Vila Veselova abgestellt haben, laufen wir zum Hausberg, der mitten in der Stadt liegt.

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Die Ljubljanca fließt durch die gesamte Altstadt und umschließt den Hausberg der Stadt.

Viele Brücken führen über den Fluss, einige sind mit steinernen Drachenköpfen verziert. Der Legende zufolge war das heutige Stadtgebiet einst von einem furchterregenden Drachen besetzt, bis der mythologische Held Jason das Untier endlich zur Strecke brachte.

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Noch heute ziert der berüchtigte Drache nicht nur Brückenpfeiler, sondern auch das Stadtwappen kurz vor der italienischen Grenze

Die Burg auf dem Berg, Ljubljanski Grad, erreicht man mit der Standseilbahn. Von oben hat man einen tollen Blick – hinter den Stadtgrenzen erstrecken sich schier endlose Wälder.

Triest: Ein Seebad wie aus einem Thomas-Mann-Roman

Schon einen Tag später nehmen wir den Zug nach Triest. Glauben wir jedenfalls. Tatsächlich stranden wir im Dörfchen Sežana kurz vor der italienischen Grenze. Von hier aus fährt ein Bus nach Triest – zweimal täglich. Und natürlich erst zwei Stunden nach unserer Ankunft.

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Triest: Ein prunkvolles Seebad an der Adriaküste.

Die italienische Hafenstadt an der Adriaküste belohnt uns dafür mit dem Charme eines Seebades aus einem Thomas-Mann-Roman. Über AirBnb mieten wir für zwei Nächte ein Zimmer in der Altbauwohnung von Englischlehrer Gary und seiner Frau, die uns herzlich aufnehmen und sogar Frühstück bereitstellen. Eine willkommene Abwechslung und ein Stück Zuhause nach den Nächten im Hostel. Besonders beeindruckend ist die Espresso-Kocher-Sammlung, darunter Größen, mit denen sich etwa eine halbe Tasse zubereiten lässt.

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Zimmer mit Meerblick: Von Garys Altbauwohnung aus haben wir einen tollen Blick auf den Hafen.

Inzwischen ganz im Urlaubsmodus verbringen wir den Nachmittag faul in einem der zahlreichen Cafés am Rand der Piazza dell’Unità d’Italia und bestellen einen Rotwein nach dem anderen. Der zentrale Platz mit Meerblick ist von herrschaftlichen Gebäuden gesäumt. An einem der kleinen Kanäle essen wir zu Abend – frisches Risotto und den unvermeidlichen Wein.

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Abendstimmung in Triest: An einem der kleinen Kanäle kann man gut die italienische Küche und gleichzeitig den Ausblick genießen.

Tagesausflug Duino: Mit dem Bus zum „Rilkeweg“

Am nächsten Tag nehmen wir vom Hauptbahnhof den Bus ins nahegelegene Duino. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde, Tickets gibt es wie überall in Italien im Kiosk vor dem Bahnhof.

Als wir aussteigen, haben wir kurz das Gefühl, im Nirgendwo gestrandet zu sein. Auf einer Klippe thront das alte Schloss Duino, sonst ist kaum etwas los.

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Die Ruinen des alten Duineser Schlosses liegen auf einer Klippe vor der Küste.

Schnell stellt sich heraus, dass Schloss Duino offenbar nicht die bekannteste Sehenswürdigkeit der Region ist. Umso besser – wir haben die Ruinen ganz für uns allein und können ungestört über die Felsen kraxeln.

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Kleine Kletterpartie: Die Ruinen sind weder gut besucht noch abgesichert.

Das neue Schloss Duino liegt nicht weit entfernt. Die beiden Bauten stehen sich quasi Auge in Auge gegenüber. Für mich hat dieser Ort eine besondere Bedeutung. Dazu muss ich etwas ausholen.

Auf dem neuen Schloss verbrachte der berühmte Dichter Rainer Maria Rilke, der neben seinen Gedichten auch als Frauenschwarm bekannt war, eine Weile bei seiner reichen Gönnerin Marie Prinzessin zu Hohenlohe.

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Ungestört von den lästigen Pflichten des Alltags (Geld verdienen) schrieb Rilke auf Schloss Duino seine berühmten „Duineser Elegien“ (siehe Schild).

Die Idee für die erste Zeile der „Duineser Elegien“ soll dem Dichter auf einem Küstenweg gekommen sein, der am Schloss beginnt und deshalb heute „Rilkeweg“ heißt. Meine Oma, die sich seit dem Tod meines Opas jedes Jahr eine Kultur-Reise nach Italien gönnt, schwärmt seit Jahren in höchsten Tönen von diesem Küstenweg. In meiner Familie ist es deshalb zum Running Gag geworden, „Hach, der Rilkeweg“ zu säuseln und verklärt in die Ferne zu blicken. Als wir den Küstenweg in Angriff nehmen, ist das also ein Tribut an Oma Ilse.

Der Ausblick über die Steilküste ist tatsächlich beeindruckend. Leider fängt es mittendrin an zu gewittern. Ohne Karte und ohne Internet haben wir keine Ahnung, wo wir eigentlich sind. Endlich kommen wir an einer Art Landstraße an – und wie durch ein Wunder steuert tatsächlich ein Bus nach Triest die einzige Bushaltestelle an, die wir finden können.

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Da war es noch sonnig: Bei gutem Wetter kann man kilometerweit über die Adria blicken.

Station 4: Pula auf Istrien

Nach drei Tagen geht es im Bus nach Kroatien zurück. Drei Stunden Busfahrt und einen Fußmarsch später kommen wir im Riva Hostel in Pula an. Wir besichtigen zuerst das berühmte Amphitheater und streifen dann durch die Altstadt. Zufällig entdecken wir den Candy-Shop „Pirate Jack“ – Weingummi bis zum Abwinken in alten Holzfässern.

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Die Kanonen sind natürlich nicht mehr in Betrieb, aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

Am nächsten Tag leihen wir uns Fahrräder bei PulaBike für umgerechnet 14 Euro, den Helm gibt es für 2 Euro dazu. Die Räder sind hervorragend in Schuss und werden passend für uns eingestellt.

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Immer mit Helm – die Küstenstraßen sind manchmal gut befahren.

Mit einer Karte aus dem Hostel machen wir uns auf in die Umgebung, immer an der Küste entlang. Nach guten 20 Kilometern erreichen wir nach einigem Auf und Ab wieder die Stadtgrenzen. Die Landschaft unterwegs ist wunderschön. Es gibt fast nur Kies- statt Sandstrand in Kroatien, deshalb ist das Wasser kristallklar.

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Kristallklares Wasser und einsame Strände: Kroatiens Küsten sind nicht ohne Grund besonders beliebt bei Urlaubern.

Mit dem Zug durch Kroatien: Eine „Herausforderung“

Weil es am nächsten Tag weitergehen soll, folgen wir den verrosteten Schienen, bis wir den Bahnhof erreichen. Es sieht allerdings nicht so aus, als würde hier jemals ein Zug fahren. Der Beamte im Wärterhäuschen betrachtet uns mit mäßigem Interesse, als wir mit Händen und Füßen erklären, dass wir für den nächsten Tag ein Ticket nach Rijeka möchten. Mit einem Kopfnicken deutet er auf einen vergilbten Zettel hinter der Scheibe seiner Kabine und kritzelt etwas auf ein Stück Papier. Vielleicht eine Fahrkarte, es könnte aber genauso gut ein alter Kassenbon sein.

Vorsichtshalber sind wir trotzdem pünktlich am nächsten Morgen zur Stelle, und tatsächlich: Ein Zug, ebenso rostig wie die Gleise, rollt in den Bahnhof.

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Es fährt ein Zug…hoffentlich nicht ins Nirgendwo, sondern nach Rijeka.

Zwei Stunden lang zuckeln wir gemächlich durch die Landschaft. Zeit genug, um die Reste der großen Süßigkeiten-Tüte von „Pirate Jack“ zu vernichten.

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Winzige Bahnhöfe säumen die Strecke nach Rijeka. Ob hier jemals Menschen aussteigen?

Station 5: Rijeka

Das Beste an Rijeka ist definitiv das Fenster unserer AirBnb-Wohnung bei Matko. Sie liegt etwas außerhalb, dafür aber direkt über der Bucht. Man klettert einige steile Steintreppen hinunter, dann ist man direkt am Meer. Zum Baden ist es leider noch etwas zu kalt.

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Abendstimmung in Rijeka: Mit viel Glück soll man in der Bucht sogar manchmal Delfine sehen.

Der Hauptgrund, wieso wir eine Station in Rijeka machen, ist allerdings die verkehrstechnisch günstige Lage für eine Fahrt zum Nationalpark Plitvicer Seen. Dafür solltet ihr einen Tagesausflug ab Rijeka einplanen.

Hier findest du meinen Bericht über den Nationalpark Plitvicer Seen

Station 7: Sommerlaune in Split

Mit dem Nachtbus fahren wir nach 3 Tagen weiter nach Split. Die Fahrt dauert etwa acht Stunden – gut, dass es dunkel ist und wir nicht sehen können, wie halsbrecherisch nah der Busfahrer an der Küstenstraße entlangbrettert.

Schon morgens um halb 7 sind wir in Split. Es ist spürbar wärmer – kein Wunder, jetzt sind wir ja auch so richtig im Süden. Wir stellen das Gepäck im Hostel ab und machen ein Hafen-Picknick. Den nötigen Proviant finden wir auf dem nächsten Markt.

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Auf dem Markt wird vor allem Obst und Gemüse verkauft – frisch, lecker und direkt aus der Region.

Die Sonne brennt langsam, deshalb suchen wir uns Abkühlung am Strand. Die letzten Tage ist hier Entspannung angesagt. Zum Glück gibt es, und das ist selten in Kroatien, einen Sandstrand.

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Ein typisches Bade-Szenario, wie man es aus Tausenden von Mittelmeer-Ferienorten kennt. Das Wasser ist lauwarm und lange nur knietief.

Einen schönen Blick über die Stadt hat man vom nahegelegenen Hügel-Areal. Wir klettern in der milderen Nachmittagssonne bis ganz nach oben. Dort finden wir eine einsame Kapelle und wahnsinnig viele Kakteen.

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Der Blick über die Bucht von Split lohnt auf jeden Fall den Aufstieg in der heißen Sonne.

Abends erkunden wir die Altstadt. Die Gassen sind so eng und verwinkelt, dass man von den Touristenströmen nur wenig mitbekommt. Auf einem kleinen Platz trinken wir Cider und Bier – ein perfekter Sommerabend.

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Die Altstadt von Split ist gut erhalten. Wer möchte, kann sich mit „römischen Soldaten“ fotografieren lassen.

Weil es unser letzter Abend auf dieser Reise ist, machen wir später noch einen Bummel über die Hafenpromenade.

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Auch nach Sonnenuntergang ist der Hafen von Split noch wunderschön.

Früh geht es am nächsten Morgen mit dem Bus zum Flughafen. Weil hier nur wenige Flieger starten, sind die Busse genau auf die Flüge abgestimmt. Über die Alpen geht es zurück nach Hause – bis zum nächsten Mal.

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Klare Sicht auf die Alpen – der Morgenflug hat sich gelohnt.

Meine Route für 2 Wochen Osteuropa

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. bin auf deinem Blog gelandet der herrliche Fotos und Berichte hat. Ich finde deine Beitrag sehr interessant und werde dir folgen ! Schade das man deine Bilder durch anklicken nicht vergrößern kann ! Manni

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    1. Katharina sagt:

      Vielen Dank für den lieben Kommentar 🙂 und danke für den Hinweis, ich werde mal versuchen bei dem nächsten Artikel größere Bilddateien hochzuladen! Liebe Grüße, Katharina

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