Das „blaue Wunder“ Südamerikas – der Perito Moreno-Gletscher

Auf nach Patagonien!

Meine erste Station in Patagonien ist El Calafate – die nächste Stadt zu Perito Moreno, dem berühmtesten Gletscher in Patagonien. In El Calafate gibt es auch einen Flughafen, der Perito Moreno mit dem Rest Argentiniens verbindet (El Calafate Airport, Kürzel: FTE).

Die Baukunst in El Calafate ist etwas eigenwillig.

El Calafate besuchen die meisten Touristen aus genau einem Grund: um eine Tour zum Gletscher Perito Moreno zu machen, der tatsächlich nicht ständig schmilzt, sondern sich unaufhörlich weiter in den Lago Argentino schiebt und dort schließlich bricht.

Ein empfehlenswertes Hostel in El Calafate ist das Bla! Guesthouse – supernette Mitarbeiter, leckeres Frühstück und liebevolle Einrichtung.

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Vor allem die Mädels an der Rezeption sind im Bla! Hostel echt auf Zack.

Tour zum Gletscher Perito Moreno in Argentinien

In El Calafate gibt es jede Menge Anbieter für eine Perito-Moreno-Tour. Hier muss ich allerdings schon vorab eine Warnung einschieben: Patagonien-Reisen sind teuer. Eine Tagestour zu Perito Moreno mit Trekking kostet bei einem renommierten Anbieter wie Hielo&Aventura umgerechnet fast 150 Euro. Die günstigste Alternative ist, nur den Bus nach Perito Moreno zu buchen und dann auf eigene Faust die Aussichtspunkte zu erkunden.

Die Tour beinhaltet die Abholung am Hostel und die Anreise zum Perito-Moreno-Gletscher, der etwa 75 Kilometer von El Calafate im Nationalpark Los Glaciares entfernt liegt. Der Wind weht mitunter so stark, dass der Fahrer Mühe hat, auf der Spur zu bleiben.

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Malerischer Zwischenstopp auf dem Weg zum Nationalpark Los Glaciertes. Nicht im Bild: der starke, starke Wind.

Der Eintritt für Los Glaciares kostet noch einmal 330 Pesos, etwa 20 Euro. Die ersten zwei Stunden der Tour sind dafür reserviert, den beeindruckenden Gletscher von den dafür vorgesehenen Pfaden und Plattformen ausgiebig zu bestaunen.

Die Wand aus Eis ragt weit ins Wasser hinein.

Mit ein bisschen Glück könnt ihr beobachten, wie große Eisbrocken vom Gletscher abbrechen und ins Wasser stürzen. Das klingt wie entferntes Donnergrollen.

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Das Eis ist gebrochen: Unaufhörlich schiebt sich der Gletscher weiter nach vorn.

Gegen Mittag fährt die Gruppe zum Ufer, um den See mit einem Boot zu überqueren. So sehen wir den Gletscher noch einmal aus einer anderen Perspektive.

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Mit dem Boot geht es bei eisigem Wind noch näher an den Gletscher Presto Moreno heran.

Am anderen Ufer beginnt das Highlight des Gletscherausfluges: das sogenannte Minitrekking auf Perito Moreno.

Wichtigste Voraussetzung sind die Steigeisen, die uns die Guides persönlich anschnallen.

So ausgerüstet kraxeln wir fast zwei Stunden auf dem Eis herum. Hat man einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie man das Gleichgewicht behält, geht es ziemlich leicht.

Zwischendurch passieren wir immer wieder Gletscherspalten und kleine Rinnsale aus klarstem Wasser, die sich ihren Weg durch das Eis bahnen.

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Ja, das Eis ist hier wirklich so blau.

Am Ende der Tour gibt es für jeden einen Whiskey on the Rocks – der einzige Ort auf der Welt, an dem das Eis älter ist als der Whiskey, so der Guide. Anschließend geht es mit dem Boot zurück ans andere Ufer und mit dem Van zurück nach El Calafate.

Was kann ich sonst noch in El Calafate unternehmen?

El Calafate selbst ist nicht besonders spannend – eine Hauptstraße mit einer Menge Souvenirläden, ein paar weitläufige Straßen, sehr touristisch, mehr nicht. Ein, zwei Tage reichen also völlig aus. Man kann von El Calafate auch den Torres del Paine Nationalpark besuchen – Puerto Natales in Chile ist aber die viel bessere Ausgangsbasis.

Wenn man allerdings – so wie ich – seine Weiterfahrt zum nächsten Ort nicht sofort nach Ankunft bucht, kann es passieren, dass die Busse ziemlich schnell voll sind. In Patagonien solltet ihr, jedenfalls in der Hauptsaison, Busse, Hostels und alles andere so früh wie irgendwie möglich buchen!

Außerdem solltet ihr einen Vorrat an Bargeld anlegen – in El Calafate kann es schon mal passieren, dass die Geldautomaten einfach leer sind. Am besten funktioniert die Filiale von Santander Rio, sie gibt auch etwas größere Beträge aus – bis zu 2400 Pesos.

Wenn man also gezwungenermaßen einen Tag länger hier festsitzt, kann man (teure) Touren in die Umgebung unternehmen, ein Fahrrad mieten oder aber das Naturreservat Laguna Nimez besuchen. Der Eintritt kostet erschwingliche 150 Pesos.

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Die Laguna Nimez ist ein Naturreservat, das besonders für Vogelliebhaber interessant ist.

Die Lagune liegt direkt am Ufer des Lago Argentino.

Bei gutem Wetter erstrahlt der Lago Argentino in schönstem Hellblau.

Ein etwa drei Kilometer langer Rundweg führt vorbei an kleinen Inseln und Brutstätten verschiedenenster Vogelarten. Mit ein bisschen Glück fliegen die Vögel direkt über eure Köpfe hinweg, und mit richtig viel Glück ist auch mal ein rosa Flamingo dabei.

Idylle pur: In Naturreservat Laguna Nimez ist es still und friedlich.

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Danke für den schönen Reisebericht ! Ist sicherlich sehr interessant solch einen Gletscher zu sehen !

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    1. Andrea sagt:

      Hallo Manni, hier bist du ja auch 🙂 ich jetzt auch. Dann sehen wir uns hier nun öfter. Katharina, deine Seite ist sehr schön, ich wünsch dir viel Erfolg damit und folge mal fleissig

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  2. Wow, sehr eindrucksstarke Bilder! Da will man ja gleich ins Flugzeug steigen und rüberfliegen.
    Liebe Grüße,
    https://weltenbummlereck.wordpress.com/

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  3. Feli sagt:

    Vielen lieben Dank für diesen wunderschönen Beitrag!!! Wir sind gerade auf Südamerika-Roadtrip und in Puerto Madryn – und deine Tips kommen wie gerufen 🙂 Vielen Dank!

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    1. Katharina sagt:

      Oh, toll! Dann seid ihr ja schon „beinahe“ da. Der Gletscher ist wirklich absolut sehenswert. Wie eigentlich alles in Patagonien. Habt noch eine tolle Reise – welche Länder stehen denn bei euch auf dem Plan?

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      1. Feli sagt:

        Jaaaa es ist wirklich unglaublich beeindruckend hier!!! Wir sind in Venezuela losgefahren und über Venezuela, Brasilien, Paraguay und Uruguay jetzt in Patagonien gelandet. Von Ushuaia geht es wieder gen Venezuela über Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien 🙂 Gaaanz liebe Grüße von Feli

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