Wieso Hiroshima dir den Atem raubt

Hiroshima ist ein unvorstellbar trauriges Stück Menschheitsgeschichte

Jeder denkt bei dem Namen Hiroshima als erstes an die Atombomben, die 1945 auf Hiroshima und Nagasaki fielen. Am 6. August um 8:16 Uhr und 2 Sekunden explodierte die Atombombe „Little Boy“ in 600 Metern Höhe. Nicht einmal eine Minute später waren 80 Prozent der Innenstadt von Hiroshima dem Erdboden gleich gemacht und mindestens 70.000 Menschen tot. Noch den folgenden Wochen, Monaten und Jahren starben Tausende Menschen an den Spätfolgen.

Heute hat sich die Stadt ganz dem Einsatz für den Frieden verschrieben – unter dem Wahlspruch „Never again“.

Hiroshima ist ein Symbol für Hoffnung, die aus Trümmern entsteht

Wenn du in Hiroshima Ruinen und Trümmer erwartest, wirst du überrascht. Die Stadt ist vollständig wieder aufgebaut. Im Zentrum der Explosion hat jedoch nur die „Halle zur Förderung der Industrie der Präfektur Hiroshima“ den Abwurf der Atombombe „Little Boy“ durch den Bomber Enola Gay überstanden. Heute kennt man das Gebäude als Atomic Bomb Dome von Hiroshima, kurz A-Bomb Dome.

Atombombendom in Hiroshima, Japan
Oft ist der Name fälschlicherweise als Atombombendom übersetzt. Tatsächlich verdankt der A-Bomb Dome seinen Namen der Kuppel, von der nur das stützendes Geflecht aus Stahlträgern erhalten ist.

Der A-Bomb Dome liegt heute mitten im Friedenspark, auch ein Friedensdenkmal erinnert an die Opfer. Der A-Bomb Dome wurde 1996 zum UNESCO-Welterbe erklärt – er sei ein“starkes Symbol der zerstörerischsten Kraft (…), die je von der Menschheit geschaffen wurde; es drücke zudem die Hoffnung auf Weltfrieden und der endgültigen Beseitigung aller Kernwaffen aus.“

Hiroshima in Japan
Hiroshima ist heute eine grüne Stadt. Auf den ersten Blick erinnert am Ota-gawa-Fluss kaum noch etwas an die Atombombe, die die Stadt fast völlig zerstörte.

Den Friedenspark („Peace Memorial Park„) erreichst du vom Bahnhof aus mit einem Fußmarsch in weniger als einer halben Stunde. Du kannst aber auch mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Genbaku Dome mae fahren. Wären die vielen Denkmäler nicht, die an die Opfer der Atombombe erinnern, wäre es eine Stadt wie jede andere in Japan: viele junge Japaner sitzen auf den Bänken am Ufer des Ota-gawa-Flusses, jemand spielt Gitarre, die Sonne scheint.

Direkt am „Atombombendom“ liegen ein paar Hefter mit eingeschweißten Info-Blättern aus, in denen du dich genau über Atombombenabwurf, die unmittelbaren und die Spätfolgen der Katastrophe informieren kannst. Fotografien zeigen die Stadt vor dem 6. August 1945 und direkt danach. Ein Bild der absoluten Zerstörung, das du schwer wieder aus dem Gedächtnis bekommst.

In Hiroshima erinnert ein ewiges Feuer an die Toten

Mehrere Denkmäler im Friedenspark sind genau auf einer Linie ausgerichtet, darunter der Kenotaph -eine Art Scheingrab, in der die Namen der Toten symbolisch für ihre Körper aufbewahrt werden-, die „Flamme des Friedens„, ein ewiges Feuer, das dort seit dem 1. August 1964 ohne Pause brennt, und die Friedensgedenkhalle.

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Durch den Zenotaph, ein Scheingrab, blickst du direkt auf den A-Bomb Dome.

Die Geschichten der Augenzeugen sind kaum zu ertragen – und doch unglaublich wichtig

In der Friedensgedenkhalle sind nicht nur weitere Bilder ausgestellt, die die Stadt vor und nach der Explosion zeigen. In einem dunklen Raum unter der Erde laufen Videos mit Zeitzeugenberichten, die die Explosion überlebten und noch tagelang verzweifelt nach ihren Angehörigen suchten oder als Ärzte in Krankenlagern um das Leben der Opfer kämpften.

Die Geschichten sind kaum zu ertragen. Ein junges Mädchen im Hiroshima-Video erzählt, wie es mit seiner Schwester, deren Augen zuggeschmolzen sind, voll Verzweiflung vor der Hitze über den Fluss flieht. Ein Zahnarzt muss darüber sprechen, wie er in den Trümmern seinen Hauses nur noch den Schädel seiner Frau bergen kann. „Never again“ – wie wichtig dieser Wahlspruch ist, den die Stadt sich auf die Fahnen geschrieben hat, wird nirgends so deutlich wie hier unten unter dem „Ground Zero“.

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Die Zeiger dieser gläsernen Uhr stehen genau auf 8:16 Uhr – der Zeitpunkt zu dem die Atombombe explodierte. Darunter liegt die Gedenkhalle.

So kommst du hin: mit dem Shinkansen nach Hiroshima

Der Bahnhof von Hiroshima liegt an der Shinkansen-Strecke. Eine Hiroshima-Tour schaffst du mit dem Schnellzug in einem  Tagesausflug ab Kyoto oder Osaka. Wenn du von Kyoto ohnehin in den Süden von Japan nach Kyushu reist oder auf dem Rückweg von Kyushu nach Tokyo bist, kannst du in Hiroshima einen kurzen Stop von 2-3 Stunden einlegen. Das macht vor allem Sinn, wenn du mit dem Japan Rail Pass reist, weil du dann einfach aussteigen und später einen der nächsten Züge nehmen kannst.

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