Hiroshima – Stadt des Friedens

 Anreise nach Hiroshima mit dem Shinkansen

Der Bahnhof Hiroshima liegt an der Shinkansen-Strecke. Eine Hiroshima-Tour bietet sich also für einen Tagesausflug ab Kyoto oder einen kurzen Stop auf dem Weg nach Süden bzw. zurück nach Tokyo an, vor allem, wenn ihr mit dem Japan Rail Pass reist. Wer länger bleiben möchte: Gute Hotels in Hiroshima findet ihr in jedem Hiroshima-Japan-Guide.

Erster Atombombenabwurf über Japan: Hiroshima

Jeder denkt bei dem Namen Hiroshima als erstes an die Atombomben, die 1945 auf Hiroshima und Nagasaki fielen. Heute hat sich die Stadt ganz dem Einsatz für den Frieden verschrieben – unter dem Wahlspruch „Never again“.

Wer in Hiroshima Ruinen und Trümmer erwartet, wird überrascht. Die Stadt ist vollständig wieder aufgebaut. Am Grund Zero hat jedoch einzig die „Halle zur Förderung der Industrie der Präfektur Hiroshima“ den Abwurf der Atombombe „Little Boy“ durch den Bomber Enola Gay überstanden. Bekannt ist das Gebäude heute als Atomic Bomb Dome von Hiroshima, kurz A-Bomb Dome.

Oft wird der Name fälschlicherweise als Atombombendom übersetzt. Tatsächlich verdankt der A-Bomb Dome seinen Namen der Kuppel, deren stützendes Geflecht aus Stahlträgern bis heute wie ein mahnendes Skelett an den Tag erinnert, an dem exakt um 8:16 Uhr und 2 Sekunden die Atombombe in 600 Metern Höhe explodierte. Nicht einmal eine Minute später waren 80 Prozent der Innenstadt dem Erdboden gleich gemacht und mindestens 70.000 Menschen tot. Noch den folgenden Wochen, Monaten und Jahren starben Tausende Menschen an den Spätfolgen.

Friedensdenkmal in Hiroshima

Heute umgibt der Friedenspark den A-Bomb Dome, auch ein Friedensdenkmal erinnert an die Opfer. Der A-Bomb Dome wurde 1996 zum UNESCO-Welterbe erklärt – er sei ein“starkes Symbol der zerstörerischsten Kraft (…), die je von der Menschheit geschaffen wurde; es drücke zudem die Hoffnung auf Weltfrieden und der endgültigen Beseitigung aller Kernwaffen aus.“

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Hiroshima ist heute eine grüne Stadt. Auf den ersten Blick erinnert am Ota-gawa-Fluss kaum noch etwas an die Atombombe, die die Stadt fast völlig zerstörte.

Den Friedenspark („Peace Memorial Park„) erreicht ihr vom Bahnhof aus mit einem Fußmarsch in weniger als einer halben Stunde. Man kann aber auch mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Genbaku Dome mae fahren. Als wir ankommen, scheint die Sonne, viele junge Japaner sitzen auf den Bänken am Ufer des Ota-gawa-Flusses, jemand spielt Songs von Oasis auf der Gitarre. Wären die vielen Denkmäler nicht, die an die Opfer der Atombombe erinnern, wäre es eine Stadt wie jede andere in Japan.

Direkt am „Atombombendom“ liegen zahlreiche Hefter mit eingeschweißten Info-Blättern aus, in denen man sich genau über den Hergang des Atombombenabwurfs, die unmittelbaren und die Spätfolgen der Katastrophe informieren kann. Fotografien zeigen die Stadt vor dem 6. August 1945 und direkt danach. Ein Bild der absoluten Zerstörung, das man schwer wieder aus dem Gedächtnis bekommt.

Kenotaph und Flamme des Friedens

Mehrere Denkmäler im Friedenspark sind genau auf einer Linie ausgerichtet, darunter der Kenotaph (eine Art Scheingrab, in der die Namen der Toten symbolisch für ihre Körper aufbewahrt werden), die „Flamme des Friedens„, ein ewiges Feuer, das dort seit dem 1. August 1964 ohne Pause brennt, und die Friedensgedenkhalle.

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Durch den Zenotaph, ein Scheingrab, blickt man direkt auf den A-Bomb Dome.

Nationale Friedensgedenkhalle für die Atombombenopfer

In der Friedensgedenkhalle sind nicht nur weitere Bilder ausgestellt, die die Stadt vor und nach der Explosion zeigen. In einem dunklen Raum unter der Erde laufen auch Videos mit Zeitzeugenberichten, die die Explosion überlebten und noch tagelang verzweifelt nach ihren Angehörigen suchten oder als Ärzte in Krankenlagern um das Leben der Opfer kämpften.

Die Geschichten sind kaum zu ertragen. Ein junges Mädchen im Hiroshima-Video erzählt, wie es mit seiner Schwester, deren Augen zuggeschmolzen sind, voll Verzweiflung vor der Hitze über den Fluss flieht. Ein Zahnarzt muss darüber sprechen, wie er in den Trümmern seinen Hauses nur noch den Schädel seiner Frau bergen kann. „Never again“ – wie wichtig dieser Wahlspruch ist, den die Stadt sich auf die Fahnen geschrieben hat, wird nirgends so deutlich wie hier unten unter dem Ground Zero.

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Die Zeiger dieser gläsernen Uhr stehen genau auf 8:16Uhr – der Zeitpunkt zu dem die Atombombe explodierte. Darunter liegt die Gedenkhalle.
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