Bariloche – das Paradies für Outdoor-Fans

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Bariloche ist ein Ort mit Geschichte

Im Norden von Patagonien liegt das Seengebiet mit Bariloche als Zentrum. Während man sich in Buenos Aires eher wie in Spanien oder Italien fühlt, erinnert hier alles an einen beschaulichen Schweizer Kurort.

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Rustikal: Dieser Architektur-Stil ist typisch für Bariloche.

Berühmt-berüchtigt ist Bariloche vor allem, weil sich hier nach dem zweiten Weltkrieg ein paar SS-Männer versteckt hielten. Darunter war auch der ehemalige SS-Hauptsturmführer Erich Priebke, der sich als Feinkosthändler in dem Bergort niederließ und dort bis Mitte der Neunziger Jahre unbehelligt lebte. Erst im Frühjahr 1998 wurde Priebke in Rom zu lebenslanger Haft verurteilt.

Heute ist Bariloche vor allem für seine traumhafte Seenlandschaft und seine Schokoladenindustrie bekannt und wird ganzjährig von Extremsportlern, Anglern und Wanderern aus der ganzen Welt besucht.

Der Circuito Chico – 27 Kilometer mit dem Fahrrad gegen den Wind

Eine der beliebtesten Aktivitäten in und um Bariloche ist Radfahren – trotz des berüchtigten patagonischen Windes. Der Circuito Chico ist ein etwa 27 km langer Rundweg, der mitten durch das Seengebiet führt. Dabei geht es ziemlich auf und ab, und merkwürdigerweise meistens gegen den Wind. Ihr schafft die Strecke in etwa vier Stunden, wenn ihr keine größeren Stopps einlegt.

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Die Warnweste darf natürlich nicht fehlen – der Circuit Chico wird auch von Autos befahren.

Von Bariloche fährt der Nr.-20-Bus zum Circuito Chico ab der Hauptstraße Bartolome Mitre. Als Busticket braucht ihr eine wiederaufladbare SUBE-Card, die ihr an einigen Kiosks bekommt. Am besten fragt ihr einfach im Hostel nach, manchmal könnt ihr dort nämlich auch eine Karte leihen. Wer aus Buenos Aires kommt oder dort noch hinfahren möchte: Die SUBE-Card gilt dort auch.

An dem Bus-Stop, an dem vermutlich drei Viertel des Mitfahrer ebenfalls den Bus verlassen, seid ihr richtig. Direkt auf der anderen Seite der Bushaltestelle findet ihr einen Fahrradverleih, bei dem ihr euch nach einer kurzen Einweisung ein Mountainbike leihen könnt und eine schnittige Warnweste bekommt. Es macht Sinn, vorher anzurufen und ein Rad zu reservieren – das erledigt das Hotelpersonal eures Vertrauens sicher gern für euch.

Den Circuito Chico selbst könnt ihr gar nicht verfehlen, er fängt nämlich direkt hinter dem Fahrradverleih an. Die Strecke führt euch durch Wälder, vorbei an Seen und ziemlich oft bergauf. Zwischendurch könnt ihr anhalten und picknicken, ein Bier trinken oder versuchen, einen Blick auf das luxuriöse Llao Llao-Hotel zu werfen.

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Kleiner Abstecher gefällig? Von der Hauptstraße führen immer wieder kleine Wanderwege in die Umgebung.

Von der Hauptstraße aus könnt ihr außerdem Abstecher zur Colonia Luiza oder Lasst euch im Hostel oder beim Fahrradverleih eine Karte der Region geben, dann findet ihr auch die richtige Abzweigung.

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Fifty shades of blue – das Wasser im Seengebiet verändert ständig seine Farbe.

Das braucht ihr für eine Radtour auf dem Circuito Chico

  • Wasser
  • Wind- und/oder Regenjacke
  • Sonnenbrille und Sonnencreme
  • Snacks
  • Warme Kleidung

Paragliding in Bariloche – nur mit Ernesto

Wer noch nie Paragliden war, ist in Bariloche richtig. Nicht nur, dass die Aussicht über die Seen aus der Luft wirklich atemberaubend ist, die Berge der Umgebung eignen sich auch super für Anfänger. 

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So schön sieht das Seengebiet von oben aus.

DER Paragliding-Guide in Bariloche ist Ernesto Gutierrez. Ihr erreicht ihn über Facebook (Parapente en Bariloche) oder per E-Mail (parapente@bariloche.com.ar). Vereinbart euren Wunschtermin am besten so früh wie möglich. Pro Tag macht Ernesto etwa 3-4 Touren. Morgens ist das Wetter allgemein zuverlässiger als nachmittags. Ein Flug kostet etwa 100 Euro, ist also nicht ganz billig, aber die Kosten absolut wert.

Wichtig: Feste Turnschuhe oder knöchelhohe Wanderstiefel und bequeme Kleidung anziehen und so wenig wie möglich mitbringen – denkt dran, dass alles runterfallen kann…

Wenn ihr mit Ernesto einen Termin gefunden habt, holt er euch dann auch an eurem Hostel in Bariloche ab. Gebt ihm am besten die Telefonnummer des Hostels, dann meldet er sich dort vorher kurz telefonisch. Gemeinsam fahrt ihr in Ernesto klapprigem Auto auf den Cerro Otto. Unterwegs gibt es natürlich den obligatorischen Mate-Tee aus einer Thermoskanne.

Paragliding für Anfänger – so geht es richtig

Je nachdem, wie die Windverhältnisse an dem Tag sind, wählt Ernesto den Startpunkt am Hang aus. Zuerst schlüpft ihr dann in einen Schutzanzug, den Ernesto mit Hilfe von Karabinerhaken an dem Gleitschirm befestigt. Er selbst fliegt natürlich auch mit. Dann platziert ihr euch am Hang und wartet auf Ernestos Go, das bedeutet, dass ihr losrennen könnt. Und dann hebt ihr auch schon ab.

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Wenn ihr erst mal in der Luft seid, geht alles wie von selbst.

Langsam schraubt ihr euch in Kreisen in die Luft. Ernesto erkennt jede Luftveränderung und dirigiert den Gleitschirm geschickt durch die Luft. Alles, was ihr dabei tun müsst, ist euch gelegentlich nach links oder rechts zu lehnen und ansonsten die tolle Aussicht zu genießen. Ernesto filmt währenddessen die Umgebung und macht ein paar Erinnerungsfotos oder gibt euch gleich die Kamera in die Hand. Die Beweisfotos bekommt ihr hinterher auf einer CD oder als Link per E-Mail.

Der Flug an sich dauert je nach Wind ungefähr 20-30 Minuten, bis ihr schließlich auf einer Wiese am Ufer des Sees landet. Noch schnell den Schirm einrollen, denn die nächsten Gäste warten meist schon, um mit Ernesto zurück auf den Cerro Otto zu fahren. Für mich ging es mit einem Taxi, das im Preis inbegriffen war, zurück in die Stadt.

Hotel in Bariloche – welches in das beste?

Ich habe in Bariloche im Hostel 41 Below gewohnt, das ich absolut weiterempfehlen kann. Der Staff organisiert alles für euch und kümmert sich richtig gut. Besonders Paula ist super nett – als sie zufällig mitbekam, dass ich Geburtstag hatte, trommelte sie spontan alle Hostelgäste zusammen und schleppte uns in eine Bar, Geburtstagstörtchen inklusive.

Das Frühstück ist selbstgemacht – Brot, Marmelade und Erdnussbutter und leckeres Porridge, außerdem könnt ihr für ein paar Pesos beim Mittag- und Abendessen mitessen, das jeden Tag frisch gekocht wird. Wer Volunteering in Argentinien machen möchte, kann sich über WorkAway als Volunteer für das Hostel bewerben.

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Das Brot im Hostel 41 Below wird jeden Tag frisch gebacken.

Übrigens: Das Hostel hat eine Partnerschaft mit dem Earthship Patagonia in El Bolsón, einem Öko-Projekt, bei dem Nachhaltigkeit ganz wichtig ist. Die Leute besuchen sich häufig gegenseitig und stehen auch sonst in regem Austausch.

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