Richtig japanisch essen – in Japan

Japanische Küche ist immer ein Erlebnis

Oft kann man beim besten Willen nicht erraten, was japanische Spezialitäten enthalten, vieles ist roh, und es ist nicht immer klar, wie man bestimmte Gerichte eigentlich isst.  Dabei ist die japanische Küche gesund und richtig lecker. Mit diesen 7 Tipps für japanisches Essen bist du auf der sicheren Seite.

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Viele japanische Restaurants stellen ihre Gerichte in einer Plastik-Version im Schaufenster aus.

1) Trau dich, japanisches Essen am Automaten bestellen

Wenn du nicht gerade Sushi essen willst, funktioniert es in der Regel folgendermaßen, sich in Japan etwas zu essen zu bestellen:

  1. Japanisches Restaurant suchen. Davon gibt es so viele, dass die Wahl nicht schwer fallen dürfte.
  2. Plastikessen im Schaufenster begutachten. Jedes Gericht, das das Restaurant anbietet, ist normalerweise auch als Plastiknachbildung im Schaufenster ausgestellt. Hier suchst du dir einfach eins aus.
  3. Gericht wählen. Vor den Restaurants stehen Automaten mit unzähligen Tasten. Du versuchst, die Taste zu finden, die das von dir ausgesuchte Plastikessen abbildet, und drückst.
  4. Geld einwerfen. Du bekommst dann eine Art Bon, den du drinnen abgibst. In manchen Restaurants wird sich direkt ein Angestellter auf dich stürzen, in anderen gibst du den Zettel direkt beim Koch ab.
  5. Essen und genießen. Kurze Zeit später steht von dir zum Beispiel eine dampfende Schüssel Ramen (Nudeln mit Fleisch in Suppenform). Zum Essen bekommst du in der Regel auch Wasser.

2) Master-Tipp: Lade dir Google Translator herunter

Kein Witz! Die japanische Sprache ist zwar so komplex, dass auch die Übersetzungsvorschläge oft skurril sind. In Kagoshima haben wir es zum Beispiel trotz der App einfach nicht geschafft, mit der Kellnerin zu kommunizieren, obwohl wir uns echt Mühe gegeben haben. Trotzdem hilft es dir dabei zu identifizieren, ob du gerade eher Hühnerhirn mit rohem Ei oder gebratenes Rind mit Tomate bestellt hast, wenn das Bild auf der Karte nicht viel hergibt.

3) Keine Angst vor rohem Ei

Die Hygiene-Standards für japanische Lebensmittel sind so hoch, dass du wirklich keine Angst haben musst, verdorbene Speisen zu erwischen. Abgesehen davon: Ja, es gibt wirklich viele japanische Gerichte mit rohem Ei. Zum Beispiel Okonomiyaki mit Sauce – japanische Pfannkuchen aus Nudeln mit Gemüse oder Fleisch. Sie werden auf einer heißen Platte, die in den Tisch eingelassen ist, gebraten. Am besten geht man dazu in ein richtiges Okonomiyaki-Restaurant in Kyoto. Kleiner Tipp: Wer das Ei wirklich nicht essen mag, kann die Haufen notfalls auch umdrehen und noch einmal von der anderen Seite braten.

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Okonomiyaki sind japanische Nudel-Pfannkuchen. In Kyoto gibt es an jeder Ecke ein Okonomiyaki-Restaurant.

4) Besuche ohne Plan in ein Restaurant in Japan

Du hast dir schon ein bestimmtes Restaurant herausgesucht? Das ist einKönnte schwierig werden, es auch zu finden. Das japanische Straßensystem ist nämlich ziemlich kompliziert, vor allem in Tokyo. Es gibt kaum Straßennamen und die Häuser und Blöcke sind nach einem schwer durchschaubaren System nummeriert. In Japan gibt es allerdings so viele gute (Sushi-)Restaurants, dass es überhaupt nicht schwer ohne Plan eins zu finden.

5) Essen in Tokyo: Fish your own dinner

Ein besonderes Essen in Japan muss ich unbedingt erwähnen: ein Fisch-Restaurant in Shinjuku in Tokyo, das uns ein japanischer Bekannter empfohlen hat. Der Innenraum besteht im Wesentlichen aus einem riesigen hölzernen Schiff mit Sitzplätzen, das von einem breiten Wassergraben mit vielen fetten Fischen umgeben ist. Jeder Besucher bekommt eine Angel und ein Netz in die Hand gedrückt – und los geht es mit der Angelei.

Schon nach wenigen Minuten waren wir erfolgreich und konnten zwei fette Fische von der Angel ins Netz schleudern. Ein Angestellter trägt sie dann in die Küche, wo sie frisch zubereitet werden.

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Ehre, wem Ehre gebührt: Jeder, der einen Fisch fängt, bekommt zur Belohnung einen Trommelwirbel.

Wenig später wird der Fisch an den Tisch gebracht, je ein Teil gebraten, frittiert, gekocht oder roh (sashimi). Dazu gibt es Reis, Edamame-Bohnen, Tofu und verschiedene andere japanische Beilagen. Wir haben mit gemischten Gefühlen gegessen. Keiner von uns musste sich sein Essen vorher schon einmal so „verdienen“.

6) Sushi am Kiosk ist viel besser als du denkst

Es müssen nicht immer Sushi-Restaurants sein, obwohl es davon natürlich auch einige gibt. In allen kleinen Kiosks (zum Beispiel 7Eleven oder Family Mart) bekommst du abgepacktes, frisches Sushi nämlich zu echt günstigen Preisen. Meist sind fünf Rollen mit Lachs- oder Thunfischsalat-Füllung und einer Tüte Sojasauce zusammengepackt und kosten umgerechnet etwa drei Euro. Eine schnelle, leckere und gesunde Alternative, wenn dich das Radebrechen in den Sushi-Restaurants irgendwann doch mal nervt.

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7) Probier japanische Spezialitäten

Mein Favorit für die japanische Küche sind Gyoza. Das sind japanische Teigtaschen mit Füllung, die mal gebraten, mal frittiert und mal gedämpft serviert werden. Am besten erkundigst du dich in deinem Hotel einfach, was für japanische Spezialitäten es in der Region gibt. Ramen-Nudeln gibt es überall, auch in den Varianten Soba (dünne feine Nudeln) und Udon (dicke Nudeln aus Buchweizen). Die Suppe gilt in Japan übrigens grundsätzlich als Fast Food.

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Japanische Restaurant servieren meist nur eine Art von Speise. Hier gibt es ausschließlich Gyoza.

Mehr über eine Reise nach Japan lesen

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Marianna sagt:

    Jetzt will ich noch dringender nach Japan als eh schon. Klingt soooo spannend.

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  2. WanderWeib sagt:

    Sehr schöner Artikel. In dem Fisch-Restaurant war ich auch letztens. Dort kann man leider erst abends fischen. 😉

    In Tokio gibt es noch viel interessante Restaurants wie zum Beispiel das Vampire, Gefängnis oder Roboter Restaurant: http://wanderweib.de/tipps-verrueckte-themen-restaurants-in-tokio-nur-auf-eigene-gefahr/

    Vielleicht schaust du dir die das nächste mal an?

    Viele Grüße aus Tokio,
    Tessa

    Gefällt mir

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