Diese 4 Wege führen dich sicher nach Machu Picchu

Wanderung, Zug, Bus – welche Möglichkeiten gibt es, nach Machu Picchu zu kommen?

Machu Picchu ist DIE Hauptattraktion für Touristen in Peru – und verdammt umständlich zu erreichen. Die alte Inkastadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, liegt nämlich so tief im Dschungel, dass keine Straße dorthin führt.

Die meisten Touristen starten von Cusco nach Machu Picchu. Ziel ist es immer, nach Aguas Calientes zu gelangen. Das Dorf liegt am Fuß des Berges, auf dem die Ruinenstadt thront. Von dort kannst du entweder zu Fuß weitergehen oder die bequemere Alternative wählen und mit dem Bus weiterfahren.

1. Die günstigste Variante: Mit dem Bus nach Machu Picchu

Über unser Hostel konnte ich den Transport mit einem Van bis Hidroelectrica buchen. Dieses Dorf liegt ca. 11 km von Aguas Calientes  entfernt. An- und Abreise, Eintritt für Machu Picchu, Übernachtung in Aguas Calientes und drei Mahlzeiten kosteten 90 US-Dollar – ein fairer Preis.

Achtung: Die Strecke bis Hidroelectrica ist nichts für schwache Nerven (und Mägen)

7 Stunden Kurverei durch die Anden, davon zuerst zwei Stunden Schotterpiste, dann zwei Stunden durch tiefsten Nebel. Der Fahrer fährt im peruanischen Stil, also quasi blind, überholt aber auch in der engsten Haarnadelkurve auf 4.300 Metern noch munter die Lastwagen vor ihm. Weder die mahnenden Kreuze noch der umgekippte LKW am Straßenrand tragen sonderlich zur Beruhigung der Fahrgäste bei.

Wenn du das Wolken-Harakiri heil überstanden hast, warten noch einmal drei Stunden Schotterpiste bis in das Dorf Hidroelectrica. Von Hidroelectrica fährt ein Zug nach Aguas Calientes, der aber recht teuer ist. Ich bin die 11 km einfach mit anderen Mitreisenden gelaufen, immer entlang der Bahngleise, stellenweise über wackelige Brücken und lose Steine.

In Aguas Calientes trafen wir wieder mit der Reisegruppe aus dem Van zusammen, einige hatten doch den Zug genommen. Gemeinsam gingen wir zu unserem Hotel, die Übernachtung und das Abendessen sind im Preis inbegriffen. Anschließend holten wir zusammen im Ticket Office Eintrittskarten für den nächsten Tag ab. Pass nicht vergessen, die Tickets sind personalisiert.

Spätestens um 4 Uhr morgens solltest du am nächsten Tag aufstehen. Die ersten Reisenden warten um diese Zeit schon geduldig in der Schlange für den recht teuren Bus, der auf den Berg mit der Ruinenstadt fährt. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit zu Fuß zu gehen. Im Wesentlichen läufst du dabei den gleichen Weg, den der Bus nach Machu Picchu auch nimmt. Mit dem Bus sind es etwa 8 Kilometer, zu Fuß weniger, weil du einige Strecken abkürzen kannst. Der Weg ist leicht zu finden – einfach immer bergauf.

Die Enttäuschung: Machu Picchu im Nebel – ich sehe, dass ich nichts sehe

Knappe zwei Stunden auf einem Dschungelpfad und viele, viele Stufen später bist du dann endlich oben. Und siehst mit etwas Pech erst mal das gleiche wie ich: nichts.

Nebel auf Machu Picchu
„In zwei Stunden klart das auf!“ – Alex, optimistischer Guide zum dichten Nebel in Machu Picchu.

Erst, als ich wirklich durchgefroren bis auf die Knochen und richtig nass war, lichtete sich der Nebel endlich. Vor mir lagen die mysteriösen Ruinen der letzten Inka.

Machu Picchu in Peru
Machu Picchu: Der Panorama-Ausblick auf die alte Ruinenstadt ist beeindruckend.

Ich versichere dir: Für einen Moment stehst du einfach nur da und malst dir aus, wie das Leben damals wohl war im mächtigen Inka-Reich, das sich von Ecuador bis Chile erstreckte – und das die Spanier innerhalb weniger Jahre komplett rücksichtslos vernichteten.

Die Ruinen von Machu Picchu
Wie wohl die letzten Stunden in der Bergfestung aussahen, bevor die Inka die Stadt fluchtartig verlassen mussten?

Zwei Stunden konnte ich die Aussicht genießen. Dann ging es mit zittrigen Knien wieder abwärts und 11 Kilometer zurück nach Hidroelectrica. Dort warten bereits mehrere Van-Fahrer. Sie lesen die Namen ihrer Fahrgäste laut vor, in der Hoffnung, dass alle halbwegs pünktlich sind. Wer zu spät kommt, hat leider Pech gehabt.

Anmerkung: Es soll auch möglich sein, den Transport nach Hidroelectrica mit öffentlichem Bussen zu bestreiten. Das ist aber eher was für Leute mit sehr viel Zeit und noch besseren Nerven.

2. Die teure Variante: Mit dem Zug nach Machu Picchu

Von Cusco fährt ein Zug der PeruRail nach Maccu Picchu bzw. Aguas Calientes. Tickets bekommst du im Ticket-Office der PeruRail in Cusco und bei vielen Anbietern (ab 50 USD pro Strecke). Mittlerweile kannst du die Tickets nach Machu Picchu auch online kaufen. Ab Ollantaytambo im Heiligen Tal fährt auch ein Zug von IncaRail.

Zug nach Machu Picchu von PeruRail
Der Zug nach Machu Picchu ist komfortabel, aber teuer.

Entweder kaufst du dir nur ein Zug-Ticket und organisierst die Übernachtung in Aguas Calientes, Eintritt und Aufstieg zum Machu Picchu selbst oder du buchst ein komplettes Paket bei einem Tour-Anbieter in Cusco. Ein solches Paket kostet etwa 200 USD, dafür ist die Anreise kürzer und bequemer.

3. Die sportliche Variante: Auf dem Inka-Trail nach Machu Picchu wandern

Vier Tage auf alten Inka-Pfaden durch die Anden, und zu Beginn des letzten Tages stehst du pünktlich zum Sonnenaufgang vor den Toren von Machu Picchu. Linkt großartig – und entsprechend beliebt ist diese Wanderung durch Peru. Daher solltest du diesen Trip so früh wie möglich noch von zu Hause aus organisieren und mehrere Monate vor der Reise den Inka-Trail online buchen.

Der Preis für den Inka Trail ist relativ hoch. Du solltest eine gewisse Fitness mitbringen und bereits an die Höhe (3000m+) gewöhnt sein, wenn du startest – also nicht direkt aus Lima nach Cusco kommen.

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Der Inka-Trail nach Machu Picchu ist eine der beliebtesten Wanderungen in Südamerika.

4. Die abenteuerliche Variante: Alternative Treks nach Machu Picchu

Es gibt noch ein paar andere Treks in Peru als den klassischen viertägigen Inka-Trail: etwa eine verkürzte oder verlängerte Version dieser Wanderung. Viele Reisende, die ich unterwegs getroffen habe, hatten keinen Platz auf dem Inka-Trail mehr bekommen und sind auf dem Salkantay Trek nach Machu Picchu gewandert. Diese Wanderung konnten sie zumindest in der Nebensaison spontan in Cusco organisieren. Hier kannst du den Salkantay Trail online buchen.

Tipps für deine Reise nach Machu Picchu

  • Eine Übernachtung in Aguas Calientes solltest du auf jeden Fall einplanen.
  • Kümmere dich um das Ticket für Maccu Picchu so früh wie möglich in Cusco, vor allem in der Hochsaison für Maccu Picchu von Juni bis August.
  • Du kannst die Tickets für Machu Picchu hier online kaufen. Du musst innerhalb weniger Stunden bezahlen, sonst verfällt die Reservierung. Jede Agentur in Cusco bietet aber auch Tickets an.
  • Eine Besichtigung von Aguas Calientes lohnt sich nicht – der Ort ist sehr künstlich.
  • Reise mit leichtem Gepäck nach Machu Picchu und lass deinen schweren Rucksack oder Koffer in Cusco. In Hostels in Südamerika gibt es eigentlich immer die Möglichkeit, das Gepäck einzuschließen.
  • Packliste für Machu Picchu: Insektenspray für Haut und Kleidung, kleiner Rucksack, Wasser und Snacks für die Fahrt, regenfeste Kleidung (Poncho!), Regenschutz für den Rucksack, ausreichend Bargeld in USD und Soles, Sonnenschutz für Haut und Kopf, feste Wanderschuhe, Taschenlampe, optional: Wanderkleidung

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stefanie sagt:

    Sehr schön geschrieben und super recherchiert! Wir waren im März 2016 dort und hatten zwar bei den Ruinen besseres Wetter, doch deine Beschreibung des Weges nach Hidroelectrica bzw. Aguas Calientes könnte von mir sein! 🙂 Wir sind die 3h an den Gleisen entlang im strömenden Regen gewandert – ich kann die Empfehlung PONCHO also nur unterstreichen! Weiterhin viel Spaß auf deiner Reise, stay safe!

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    1. Katharina sagt:

      Oh Gott, ja, der Poncho rettet echt Leben oder zumindest die Stimmung… Poncho und Regenjacke und verschwitztes Shirt gibt hingegen eine unschöne Mischung…

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