(K)ein Weg nach Machu Picchu

Wie komme ich am besten nach Machu Picchu?

Dafür, dass Machu Picchu DIE Hauptattraktion für Touristen in Peru ist, ist es ganz schön umständlich hinzukommen. Die alte Inkastadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, liegt nämlich so tief im Dschungel, dass keine Straße dorthin führt. Und das, obwohl die Entfernung nach Cusco nur etwa 75 km beträgt.

Die meisten Touristen starten von Cusco nach Machu Picchu. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die alle etwas Organisation erfordern. Ziel ist es immer zuerst, in das Dorf Aguas Calientes zu gelangen, das am Fuß des Berges liegt, auf dem die Ruinenstadt steht. Von dort kann man entweder zu Fuß weitergehen oder die bequemere Alternative wählen und mit dem Bus weiterfahren.

1. Mit dem Bus nach Machu Picchu

Diese Variante ist sicher die günstigste. Sie hat uns 90 USD gekostet. Über unser Hostel buchen wir den Transport mit einem Van bis Hidroelectrica. Dieses Dorf liegt ca. 11 km von Aguas Calientes  entfernt.

Die Strecke bis Hidroelectrica ist nichts für schwache Nerven: 7 Stunden kurvige Straßen durch die Anden, davon zuerst zwei Stunden Schotterpiste (es ist nicht ganz klar, ob der Fahrer den Weg nur wählt, weil er durch sein Heimatdorf führt), dann zwei Stunden durch tiefsten Nebel.

Der Fahrer fährt quasi blind, überholt aber auch in der engsten Haarnadelkurve auf 4300 Metern noch munter die Lastwagen vor ihm. Weder die Kreuze noch der ungekippte LKW am Straßenrand tragen sonderlich zu meiner Beruhigung bei.

Erstaunlicherweise verlassen wir die Wolken aber heil wieder und fahren nochmal drei Stunden Schotterpiste am Abgrund entlang, bis wir Hidroelectrica erreichen.

Von hier fährt ein Zug nach Aguas Calientes, der aber ebenfalls recht teuer ist – wir laufen die 11 km also, immer entlang der Bahngleise, stellenweise über wackelige Brücken und lose Steine. Erstes Dschungel-Feeling kommt auf

In Aguas Calientes treffen wir wieder mit der Reisegruppe zusammen, einige haben doch den Zug genommen. Gemeinsam gehen wir zu unserem Hostel, die Übernachtung und das Abendessen sind im Preis inbegriffen. Anschließend besorgen wir zusammen im Ticket Office Eintrittskarten für den nächsten Tag – Pass nicht vergessen, die Tickets sind personalisiert.

Früh um 4 stehen wir auf. Die ersten stehen jetzt schon in der Schlange für den Bus, der auf den Berg fährt. Wir laufen, denn der Bus ist teuer. Im Wesentlichen ist es der gleiche Weg wie der, den der Bus nach Machu Picchu auch nimmt (8km) – nur schneidet man die Serpentinen-Straßen und verkürzt so.

Knappe zwei Stunden auf einem Dschungelpfad und viele, viele Stufen später sind wir oben. Leider sieht man: nichts. Stattdessen regnet es, die Luft ist feucht, wir stehen mitten in den Wolken.

„In zwei Stunden klart das auf!“ – Alex, optimistischer Guide in Machu Picchu.

Der Guide ist jedoch optimistisch. In zwei Stunden soll es aufklaren. Aber erst, als wir wirklich durchgefroren bis auf die Knochen und richtig nass sind, lichtet sich der Nebel endlich. Vor uns liegen die mysteriösen Ruinen der letzten Inka.

Auf diesen Anblick haben wir so lange gewartet.

Und es ist perfekt, vielleicht auch weil anderen genauso nass sind wie wir und die Jagd nach dem perfekten Selfie längst aufgegeben haben.

Entsprechend gibt es tatsächlich viele, die einfach nur dastehen und sich ausmalen, wie das Leben damals wohl war im mächtigen Inka-Reich, das sich von Ecuador bis Chile erstreckte und das die Spanier innerhalb weniger Jahre komplett vernichteten.

Wie wohl die letzten Stunden in der Bergfestung aussahen, bevor die Inka die Stadt fluchtartig verlassen mussten?

Zwei Stunden genießen wir die Aussicht, dann geht es wieder abwärts. In Hidroelectrica warten bereits mehrere Van-Fahrer, die die Namen ihrer Fahrgäste laut vorlesen, in der Hoffnung, dass alle halbwegs pünktlich sind. Wir haben Glück und fahren wenig später rumpelnd zurück nach Cusco.

Anmerkung: Es soll auch möglich sein, den Transport nach Hidroelectrica mit öffentlichem Bussen zu bestreiten – das ist aber eher was für Leute mit sehr viel Zeit.

2. Mit dem Zug nach Machu Picchu

Von Cusco fährt ein Zug der PeruRail nach Maccu Picchu bzw. Aguas Calientes. Tickets gibt es im Ticket-Office der PeruRail in Cusco und bei vielen Anbietern (ab 50USD pro Strecke). Ab Ollantaytambo im Heiligen Tal fährt auch ein Zug von IncaRail.

Der Zug nach Machu Picchu ist komfortabel, aber teuer.

Entweder kauft man nur das Zug-Ticket und organisiert Übernachtung in Aguas Calientes, Eintritt und Aufstieg selbst oder man bucht ein komplettes Paket bei einem Tour-Anbieter in Cusco. Unter 200 USD wird man so allerdings insgesamt nur schwer kommen, dafür ist die Anreise kürzer.

3. Auf dem Inka-Trail nach Machu Picchu wandern

Es ist DIE Wanderung in Peru. Vier Tage auf alten Inka-Pfaden durch die Anden, und zu Beginn des letzten Tages steht ihr vor den Toren von Machu Picchu. Entsprechend beliebt ist diese Tour. Daher solltet ihr sie so früh wie möglich noch von zu Hause aus organisieren und mehrere Monate vor der Reise den Inka-Trail online buchen.

Der Preis ist relativ hoch und ihr braucht ein gewisses Maß an Fitness und solltet bereits an die Höhe (3000m+) gewöhnt sein, wenn ihr startet (also nicht direkt aus Lima kommen).

Die Wolken hängen immer noch tief über dem Dschungel.

4. Alternative Treks nach Machu Picchu

Es gibt noch ein paar andere Treks als den klassischen viertägigen Inka-Trail: etwa eine verkürzte oder verlängerte Version dieser Wanderung.

Viele Reisende, die ich unterwegs getroffen habe, sind auf dem Salkantay Trek nach Machu Picchu gewandert und konnten das auch noch spontan organisieren. Wir waren allerdings auch in der Nebensaison unterwegs.

Tipps für deine Reise nach Machu Picchu

  • Eine Übernachtung in Aguas Calientes würde ich auf jeden Fall empfehlen.
  • Auch um das Ticket für Maccu Picchu würde ich mich sicherheitshalber so früh wie möglich schon in Cusco kümmern, vor allem in der Hochsaison für Maccu Picchu von Juni bis August. Ihr könnt die Tickets für Machu Picchu online kaufen (die Bezahlung muss dann innerhalb weniger Stunden erfolgen, sonst verfällt die Reservierung) oder bei einer Agentur in Cusco.
  • Aguas Calientes selbst wirkt sehr künstlich und ist in den letzten Jahren wohl quasi explodiert, lohnt sich zur Besichtigung also nicht. 
  • Reise mit leichtem Gepäck nach Machu Picchu und lass deinen schweren Rucksack oder Koffer in Cusco. In Hostels gibt es eigentlich immer die Möglichkeit, das Gepäck einzuschließen.
  • Packliste für Machu Picchu: Insektenspray für Haut und Kleidung, kleiner Rucksack, Wasser und Snacks für die Fahrt, regenfeste Kleidung (Poncho!), Regenschutz für den Rucksack, ausreichend Bargeld in USD und Soles, Sonnenschutz für Haut und Kopf, feste Wanderschuhe, Taschenlampe, optional: Wanderkleidung

Mehr über eine Reise nach Peru erfahren?

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Paracas – Wildlife zum Anfassen

Trekking im Colca Canyon

Huacachina, die Oase in der peruanischen Wüste

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Stefanie sagt:

    Sehr schön geschrieben und super recherchiert! Wir waren im März 2016 dort und hatten zwar bei den Ruinen besseres Wetter, doch deine Beschreibung des Weges nach Hidroelectrica bzw. Aguas Calientes könnte von mir sein! 🙂 Wir sind die 3h an den Gleisen entlang im strömenden Regen gewandert – ich kann die Empfehlung PONCHO also nur unterstreichen! Weiterhin viel Spaß auf deiner Reise, stay safe!

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    1. Katharina sagt:

      Oh Gott, ja, der Poncho rettet echt Leben oder zumindest die Stimmung… Poncho und Regenjacke und verschwitztes Shirt gibt hingegen eine unschöne Mischung…

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