Roadtrip Bosnien – Montenegro – Kroatien: Weshalb du jetzt auf den Balkan reisen solltest

Ist der Balkan bald das beliebteste Reiseziel in Europa?

Bucht bei Dubrovnik
Kristallklares Meerwasser, schroffe Felswände und atemberaubend schöne Landschaften – das ist der Balkan.

Die meisten Reiseziele auf dem Balkan erreichst du in maximal zwei Flugstunden ab Deutschland erreichen. Die Kosten vor Ort fast überall deutlich niedriger als in Spanien, Italien und Co., und die meisten Orte auf dem Balkan sind außerdem gut mit Bus und Bahn angebunden und damit auch für Interrail oder einen Roadtrip mit öffentlichen Verkehrsmitteln super geeignet.

Meine Route für 10 Tage auf dem Balkan:

  • Tag 1-3: Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)
  • Tag 3+4: Mostar (Bosnien und Herzegowina)
  • Tag 5: Budva (Montenegro)
  • Tag 6-7: Kotor (Montenegro)
  • Tag 8-10: Dubrovnik (Kroatien)
Innenstadt von Dubrovnik
Dubrovnik eignet sich durch seine gute Anbindung hervorragend als Start- oder Endpunkt einer Balkanreise.

Wenn du mehr Zeit hast, würde ich in Belgrad in Serbien starten oder noch etwas mehr Zeit in Sarajevo oder aber in Montenegro einplanen. Der Nationalpark Durmitor im Norden des Landes soll sich sehr lohnen und ist in einem Tagesausflug ab Kotor zu erreichen.

Stopp 1: Sarajevo, die gebeutelte Stadt

Altstadt von Sarajevo
Die Altstadt von Sarajevo bezeichnen viele als „Klein-Jerusalem“, weil hier Moscheen, Kirchen und Synagogen direkt nebeneinander liegen.

Sarajevo hatte mich vom ersten Moment an fest im Griff – eine von diesen Städten, in denen man sich auf Anhieb wohlfühlt!

Über allem schwebt der Geruch von Wasserpfeife und Holzfeuer, auf dem Ćevapčići gegrillt wird.

Basar in der Altstadt von Sarajevo
In der Altstadt gibt es sogar einen Basar und jede Menge trubeliger kleiner Gassen mit Verkaufsständen und Restaurants.

In Sarajevo wurde 1914 Erzherzog Franz Ferdinand erschossen, was wenig später zum Ersten Weltkrieg führte. 1984 fanden in der Stadt die Olympischen Winterspiele statt.

In der Nähe der Lateinerbrücke fand das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand statt.

Sarajevo im Bosnienkrieg – eine Stadt in Trümmern

Der Bosnienkrieg und die Belagerung Sarajevos von 1992 bis 1995 prägen das Stadtbild und die Menschen bis heute. Wenn man sich Bilder der zerbombten Stadt ansieht, ist es ein wahres Wunder, wie lebendig Sarajevo heute wieder wirkt. Viele moderne Gebäude sind entstanden, aber gleichzeitig sind an vielen Hauswänden noch Einschusslöcher zu sehen, der Putz bröckelt an vielen Stellen ab.

Bosnienkrieg Sarajevo
Der Bosnienkrieg ist in Sarajevo immer noch allgegenwärtig.

Sarajevo liegt in einem Talkessel, die Berge ringsum waren besetzt und boten Scharfschützen und Panzern gute Sicht auf die Stadt.

Rosen von Sarajevo
Einschlagsspuren von Granaten, die „Rosen von Sarajevo“, die mit rotem Harz ausgegossen sind, erinnern überall in der Stadt an die rund 11.000 Opfer auf bosnischer Seite.

Die Touristeninfo bietet für 15 Euro eine zweistündige Tour zum „Tunnel of Hope“ an, durch den überlebenswichtige Waren, Medikamente und andere Güter in die Stadt gelangten.

In der Nähe des Flughafens findet ihr heute das kleine Tunnel-Museum von Sarajevo (Tunel Spasa), in dem ihr ein Stück des ehemaligen Fluchttunnels durchqueren könnt. Die Tour lohnt sich schon deshalb, weil du höchstwahrscheinlich mit einem Guide unterwegs bist, der als Zeitzeuge vom Krieg berichten kann.

Tunnel.Museum in Sarajevo
Unter diesem Haus endete der „Tunnel of Hope“, der während der Belagerung Sarajevos unter dem Rollfeld des Flughafens verlief. Heute beherbergt das Haut ein kleines Museum.

Ausstellungen und Museen in Sarajevo, die sich wirklich lohnen

Besonders beeindruckend ist das neu eröffnete War Childhood Museum von Sarajevo (Eintritt: 10 KM). Die Ausstellung erzählt anhand verschiedener Exponate wie Teddybären, Fahrränder oder Kleidung ganz persönliche Geschichten derjenigen, die den Krieg als Kinder oder Jugendliche erlebt haben. Auch die Ausstellung über das Massaker von Srebrenica in der Galerija 11/07/95 ist sehr sehenswert.

Sarajevo: Anreise und Weiterreise

Der Flughafen von Sarajevo liegt etwas außerhalb der Stadt. In die Stadt kommt ihr mit dem Flughafen-Bus, der unregelmäßig vor dem Flughafen abfährt, oder mit dem Taxi. Der Bus nach Sarajevo kostet umgerechnet ca 2,50€, das Taxi 10€. Es gibt außerdem einen Busbahnhof und einen Bahnhof. Beide erreichst du der Innenstadt zu Fuß in etwa 2 Kilometern. Günstige Direktflüge nach Sarajevo gibt es zum Beispiel von Köln-Bonn.

Stopp 2: Mostar, die geteilte Stadt

Mostar erreichst du entweder mit dem Bus oder dem Zug ab Sarajevo. Ich kann die Zugstrecke Sarajevo-Mostar nur empfehlen, sie gilt als eine der schönsten Europas.

Zugstrecke Sarajevo Mostar
So schön ist der Ausblick aus dem Zug zwischen Sarajevo und Mostar.

Die Fahrt dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Am besten erkundigst du dich am Tag vor deiner geplanten Abreise am Bahnhof von Sarajevo, wann ein Zug fährt. Stand Sommer 2017 ist, das ein Zug morgens um 7 und einer nachmittags um halb 5 fährt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Mostar ist die berühmte steinerne Brücke, die ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert stammte.

Stari most in Mostar
1993 wurde „Stari most“ während des Bosnienkrieges vollständig zerstört und hinterher originalgetreu wieder aufgebaut.

Die Brücke verbindet den eher bosniakisch geprägten Ostteil von Mostar mit dem stärker kroatisch geprägtenWestteil. Wer Glück hat, kann den Einheimischen (natürlich gegen ein kleines Entgelt) bei ihren waghalsigen Sprüngen von der Brücke zusehen – auch wenn das nicht ganz ungefährlich ist. Trotzdem sind die „Brückenspringer von Mostar“ weithin bekannt.

Sonnenuntergang in Mostar
Mostar ist im Abendlicht besonders schön.

Viele Hostels bieten eine Tagestour ab Mostar zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Herzegowina an. Dazu zählen zum Beispiel die Wasserfälle von Kravice, die kleine Stadt Blagaj oder der Wallfahrtsort Međugorje. Wer lieber auf eigene Faust unterwegs ist, kann die Tour durch den Süden von Bosnien auch mit einem Mietwagen machen. Ansonsten lädt Mostar vor allem dazu ein, durch die kleinen Gassen zu schlendern, sich mit Souvenirs einzudecken und viel Eis zu essen.

Stopp 3: Die Bucht von Kotor, Traumziel am Mittelmeer

Nach einer längeren Busfahrt (ca. 6 Stunden) ab Mostar durch die wunderschöne Berglandschaft der Herzegowina und einem unkomplizierten Grenzübergang erreicht ihr die Bucht von Kotor. Der kleine Ort zählt seit 1979 zum UNESCO Weltkultur- und Naturerbe.

Eine mächtige Stadtmauer umschließt die hübsche Altstadt mit ihren glatten Marmorplatten und schlängelt sich dann den „Heiligen Iwan“, den Hausberg von Kotor, hinauf. Für 3 Euro kannst du die rund 1500 Stufen zum Fort hinaufsteigen, das auf der Bergspitze thront. Wegen der Sonne solltest du den Berg unbedingt erst in den Abendstunden erklimmen.

Bucht von Kotor abends
So schön ist die Bucht von Kotor in den Abendstunden.

Ansonsten bietet die Altstadt viele versteckte Ecken und hübsche Cafés, zum Beispiel das Ombra, in dem du hervorragend einen ganzen Nachmittag vertrödeln kannst. Für den leinen Hunger zwischendurch gibt es Pizza-Slices für 2 Euro bei Pizza Pronto, das Eis ist überall hervorragend. Um die Kalorien wieder loszuwerden, kannst ihr ein Fahrrad leihen und auf eigene Faust die Umgebung erkunden – ein Roller tut es aber auch.

Diese Tagesausflüge ab Kotor lohnen sich wirklich:

  • Budva mit seiner hübschen Altstadt und mehreren Bademöglichkeiten (ca. 45 Minuten mit dem öffentlichen Bus ab Kotor)
  • Perast mit den beiden kleinen Inseln St. Georg und St. Marien auf dem Felsen, mit ihrer Kapelle ein bekannter Wallfahrtsort (ca. 20 Minuten mit dem öffentlichen Bus ab Kotor)
  • Die „Great Montenegro Tour“ (39 Euro), buchbar über die 360 Monte Travel Agency
  • Die „North Montenegro Tour“ (39 Euro), buchbar über die 360 Monte Travel Agency
Sonnenuntergang in Kotor, Montenegro
Den Sonnenuntergang in Kotor kann man besonders gut von einer Bank am Ufer aus beobachten.

Welches Hotel / Hostel in Kotor ist das beste?

Ich kann absolut das Hostel Pupa empfehlen. Es liegt direkt am Wasser, ist brandneu und daher wahnsinnig sauber und nicht so „abgewohnt“ wie manch anderes Hotel.

Hostel Pupa in Kotor
Traumhafte Lage: Das Hostel Pupa in Kotor (2 von links) liegt direkt am Rand der Bucht.

Lesetipp Montenegro: Dieser wunderschöne ZEIT-Artikel beschreibt ziemlich gut den Zauber von Kotor: „Montenegro: Die Wucht der Bucht

Stopp 4: Dubrovnik, die „Perle der Adria“

Dubrovnik, Perle der Adria
Dubrovnik nennt man nicht ohne Grund die „Perle der Adria“…

Dass Dubrovnik wirklich bezaubernd ist, weiß man ja nicht erst seit Game of Thrones. Leider ist das auch Tausenden, wenn nicht Zehntausenden anderer Touristen bewusst, die sich täglich durch die Gassen der Altstadt wälzen. Die Schönheit Dubrovnik kommt so erst in den Abendstunden richtig zur Geltung, wenn es etwas leerer wird und die drückende Hitze nachlässt.

Dubrovnik und Lokrum von oben
Der Hausberg von Dubrovnik bietet einen tollen Blick über die Altstadt und die Insel Lokrum.

Natürlich kannst du in Dubrovnik trotzdem viele schöne Dinge erleben:

  • Mit der Fähre auf die Insel Lokrum fahren, um dort zu wandern und zu baden (130 Kuna)
  • Einen Rundgang auf der mächtigen Stadtmauer von Dubrovnik machen, die die ganze Stadt umgibt (150 Kuna). Tagsüber ist es im Sommer viel zu heiß – schöner und leerer ist es abends ab halb 6.
  • Mit der Gondel auf den Hausberg fahren und den tollen Blick über die Adria-Küste genießen (130 Kuna).
  • Abseits der Hauptstraße durch die Gassen der Altstadt schlendern – abseits der Hauptstraße ist nicht mehr so viel los
  • Sich den Bauch mit Pizza (günstig z.B. bei Oliva, hier gibt es auch einzelne Stücke), Eis (am besten bei „Ice in Dubrovnik“ in der Hauptstraße, Kugel 14 Kuna, Bezahlung auch in Euro möglich) und Aperol Spritz vollschlagen (egal wo)
  • Für Serienjunkies: Die unvermeidliche Game-of-Thrones-Stadtführung durch Dubrovnik mitmachen (kann man überall in der Stadt buchen)
  • In einer der kleinen Buchten relaxen, baden oder ein Kayak leihen und (unter Aufsicht) auf Meer rausfahren
Segler vor Dubrovnik
In der Sommerzeit machen viele Segel-Urlauber einen Zwischenstopp im Hafen von Dubrovnik.

Mein persönliches Dubrovnik-Fazit: Eine Nacht statt zwei hätte auch gereicht. Gerade nach der entspannten Zeit in Kotor fand ich Dubrovnik vor allem heiß und superstressig durch die Menschenmassen. Man kam kaum vorwärts, die Preise sind überall ziemlich happig und außerhalb eines Restaurants einen Platz im Schatten zu finden, war auch gar nicht so einfach.

Stadtmauer von Dubrovnik
Die mächtige Stadtmauer ist komplett begehbar – ein Rundgang ist ein Muss bei einer Reise nach Dubrovnik!

Pluspunkte: Es gibt steinerne Brunnen mit kühlem, kostenlosen Trinkwasser und wie gesagt – gegen Abend lässt sich dann auch erahnen, wieso die Stadt als „Perle der Adria“ gilt. Für ein Hotel in Dubrovnik schau am besten möglichst frühzeitig auf booking.com, Airbnb und anderen Buchungsportalen nach guten Angeboten. Mein Hostel konnte mich leider allenfalls durch seine Lage überzeugen und bekommt daher hier keine Empfehlung.

Möchtest du noch weiter über den Balkan reisen?

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  1. love the pictures and the place.. I am a travel blogger and would love if you visit my blog https://valoniapiresblog.wordpress.com/

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