Wien: Kurztrip im Spätherbst

Städtereise nach Wien

Mein Flug nach Wien geht morgens um acht ab Berlin Tegel. Eine Stunde Flug und eine unkomplizierte S-Bahn-Fahrt später stehe ich zwischen einer Nähmaschine, Schneiderpuppen und Blümchenkissen in „meiner“ Wiener Mädchen-WG, einem AirBnb-Fundstück im dritten Bezirk.

Die „48-Stunden-Wien-Karte“ gilt für alle Bahnen und ist perfekt für eine Kurzreise nach Wien. Frühstücken kann man in Wien hervorragend auf dem Naschmarkt. Von dort geht es zu Fuß weiter vorbei an der Oper und auf zu einem ausgedehnten Spaziergang durch die Hofburg.

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Im ersten Bezirk, der Altstadt, trotten an jeder Ecke Fiaker durch die Straßen.

Ich schlendere durch dir Ringstraße und die angrenzenden Gassen. Im Kaffeehaus Bräunerhof bestelle ich einen „Großen Braunen“ und Palatschinken mit Marillenmarmelade. Wider Erwarten nickt der Kellner nur und schaut mich nicht komisch an. Bis dato dachte ich eher, die Kaffee-Bezeichnungen seien eher so wie Fiaker – jeder kennt sie, benutzen tun sie nur Touristen.

Blick vom Stephansdom in Wien bei Sonnenuntergang
Vom Stephansdom reicht der Blick bis an die Stadtgrenzen.

Frisch gestärkt wage ich den Aufstieg auf den Stephansdom. 4,50 € weniger und 343 Stufen später blicke ich über die Dächer von Wien. Das bunte Dach glitzert kitschig im Licht der untergehenden Sonne.

Zu Fuß zum Prater und an die blaue Donau

Am zweiten Tag meiner Städtereise nach Wien weckt mich der Lärm des ungewohnten WG-Lebens. Ich schlendere zuerst zum Hundertwasserhaus. Das Gebäude überstrahlt seine Hausnachbarn, lugt bunt und seltsam unproportioniert zwischen grauen Fronten hervor.

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Apfelstrudel zum Frühstück? Klar, ich bin schließlich im Urlaub.

Am Donaukanal geht es in einem großen Bogen Richtung Prater. Obwohl ich kein großer Achterbahn-Fan und ohnehin nur mäßig schwindelfrei bin, wecken die alten Fahrgeschäfte eine Art Nostalgie in mir. Zumindest solange ich das Riesenrad bestaune und noch nicht in die Ecken der „Extasy“-Bahn und der „Schwarzen Mamba“ vorgedrungen bin…

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Da kommt Nostalgie auf: Im Prater stehen noch richtig alte Karussell und andere Fahrgeschäfte

Mit der Bahn fahre an die alte Donau. Hier ist es friedlich und idyllisch, Vorstadt-Atmosphäre. Von Touristen keine Spur. Zurück laufe ich über die Donaubrücke Richtung Mexikoplatz. Als heimlicher Kirchen-Fan probiere ich vorsichtig die Tür der Jubiläumskirche – und werde mit einem Privat-Konzert belohnt. Offenbar probt gerade eine lokale Sängerin mit Orgelbegleitung. Statt ein paar Minuten bleibe ich eine halbe Stunde.

Mariahilfer Straße und Museumsviertel

Rund um die Mariahilfer Straße gibt es eine Menge kleiner, hipper Cafés. Ich setze mich für eine Weile ins Café Kafka in der Capistrangasse und beobachte Wiener. Frisch gestärkt laufe ich durchs nahegelegene Museumsviertel.

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Im Museumsviertel gibt es auch an der frischen Luft einiges an Kunst zu sehen.

Die Sonne pumpt ihre ganze Energie in ihre heutige Strahlkraft. Im „phil„, einem Café mit angeschlossener Buchhandlung, decke ich mich erst mit Lesestoff und dann mit mehreren Tassen Kaffee (Pardon, Melange) ein.

Als es dämmert, gönne ich mir eine große Portion Schinkenfleckerl im Restaurant „Salzberg“ im sechsten Bezirk. Eine Million Kalorien, eine Million Glückshormone. Den Abend lasse ich im englischsprachigen Burg Kino in der Mariahilfer Straße ausklingen.

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Schinkenfleckerl und selbstgerechter Eistee im Restaurant Salzberg – ein Gedicht österreichischer Küche.

Wien: Schloss Schönbrunn wartet…

Weil ich erst abends zurückfliege, lasse ich mein Gepäck am letzten Tag in einem Schließfach am Bahnhof Wien Mitte. Mit der S-Bahn fahre ich nach Schönbrunn. Weil ich früher ein riesiger Fan der Sissi-Zeichentrick-Serie war, muss es natürlich die „Grand Tour“ mit Audioguide für 16,40 Euro sein. Statt euch lange anzustellen, könnt ihr das Ticket übrigens auch online kaufen.

Nach gefühlten 80 Räumen voller goldenem Prunk, prahlerischen Porträts und zart bemaltem Porzellan klettere ich hinter dem Schloss hoch zur Gloriette und werde mit einem phantastischen Blick auf das Schloss belohnt.

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Von der Gloriette habt ihr einen großartigen Blick auf Schloss Schönbrunn. Achtung, steiler Aufstieg, zumindest für Flachland-Bewohner wie mich.

Kaiserschmarren: Sweetness overload

Auf meiner Food-Liste steht noch, ganz klassisch, der Kaiserschmarren. Nach einigem Suchen finde ich hinter dem Stephansdom „Heindl’s Schmarren und Palatschinkenkuchl„. Ich bestelle mutig die große Portion, muss aber nach der Hälfte passen. Das Essen in Wien ist großartig – aber sehr reichlich.

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Hausgemachter Kaiserschmarren mit Pflaumensauce – wahnsinnig lecker, aber einfach zu viel.

Die letzte Stunden verbringe ich damit, mich im Stadtpark zu sonnen, bevor es mit der S-Bahn zurück zum Flughafen geht. Meine Städtereise nach Wien ist vorbei.

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Blumen gefällig? Am Eingang zum Stadtpark stoße ich auf ein überbordendes Blumenmeer.

Planst du eine Städtereise nach Wien?

  • Flug nach Wien: 141 Euro hin und zurück ab Berlin Tegel (nonstop, ca. 1h)
  • Unterkunft: 30 Euro/Nacht (AirBnb)
  • Transfer: Mit der S7 zum Bahnhof Wien Mitte, hier bei Bedarf umsteigen
  • Preise: Nicht ganz günstig in Wien. 8-13 Euro für ein Mittag- bzw. Abendessen; 3,50 Euro für eine mittelgroße Melange im zentralen Kaffeehaus; 12 Euro für eine Kinokarte
  • Vor Ort unterwegs: „48-Stunden-Wien“-Karte für die S-Bahn, erhältlich an allen Bahnhöfen. Viel zu Fuß :-). Perfekte Kombi für einen Kurzurlaub in Wien!
  • W-Lan: Gratis in vielen Cafés
  • Reisezeit: Anfang November
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